Copy

Geschätzte Mitaktionäre, geschätzte Interessenten und Medienschaffende

Die aktuellen Ereignisse im Hause NZZ zwingen uns dazu, zu bestimmten Punkten Stellung zu nehmen – einerseits zu den Absichten unserer Interessengemeinschaft, anderseits zu den aktuellen Vorgängen rund um die Chefredaktion der NZZ.

Die IG Freunde der NZZ wurde vor sieben Jahren von den drei unabhängigen, parteilosen Unternehmern Erhard Lee, Oliver Benz und Edwin van der Geest ins Leben gerufen. Sie sind alle seit über zehn Jahren Aktionäre der NZZ. Die drei verbindet die hohe Wertschätzung zu einem ganz besonderen Medium, welches sie seit ihrer Jugend darin unterstützt, ihre eigene Meinung zu relevanten politischen, wirtschaftlichen, regionalen und kulturellen Themen zu bilden. Dies durch die tägliche, qualitativ hochwertige journalistische Leistung einer Vielzahl von gesellschaftlich und wirtschaftlich liberal denkenden, engagierten Medienschaffenden.

Wir erhoben unsere Stimme, als die NZZ Gruppe vor zehn Jahren in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, die das Weiterbestehen  der Zeitung mittelfristig gefährdeten. Wir setzten uns dafür ein, dass die Gruppe unter ökonomischen Gesichtspunkten geführt wird, um damit die Zukunft der NZZ nachhaltig zu sichern. Das bedingt eine gute Führung, sichergestellt durch unternehmerisch denkende, fähige Verwaltungsräte, die die Interessen des Aktionariats vertreten und die Statuten befolgen. Im Weiteren setzt sich die IG für operative Effizienz, klare Strukturen und professionelle Bewirtschaftung der Vermögenswerte der NZZ-Gruppe ein. Die IG unterstützt ausdrücklich die Stimmrechts-beschränkung auf 1% der Aktien und fordert, dass sich der Verwaltungsrat mehr für die Verjüngung und Verbreiterung des Aktionariates einsetzt. Eine adäquate Bewertung der NZZ-Gruppe und ein breites Aktionariat sind der beste Schutz gegen die Einflussnahme Einzelner und stellen damit die Unabhängigkeit der Gruppe sicher. Unsere Anliegen werden von sehr vielen Aktionären unterstützt.

Die Vertreter der IG pflegen zudem einen regelmässigen und konstruktiven Austausch mit den Organen der Gruppe, insbesondere mit dem Präsidenten des Verwaltungsrates. Die Wahl von Etienne Jornod zum VR-Präsidenten vor zwei Jahren hat uns zuversichtlich gestimmt. Aber nicht immer sind wir gleicher Meinung wie der Verwaltungsrat.

Leider versuchen bestimmte Interessengruppen immer wieder, uns in die Nähe der SVP zu rücken. Wir entgegnen dem jeweils, dass wir alle drei parteilos sind, uns nie politisch geäussert haben und bereits seit mehr als zehn Jahren die langfristige Unabhängigkeit des wichtigsten liberalen Mediums der Schweiz in den Mittelpunkt unserer Initiative gestellt haben. Ganz bewusst haben wir bisher nie zu publizistischen Themen Stellung bezogen. Das erachten wir als Aufgabe des Verwaltungsrates und der Redaktionen.

Die Informationen, die wir in den letzten Tagen bekommen haben, haben uns jedoch erschreckt. Es kann nicht sein, dass sich der Verwaltungsrat ernsthaft mit der Evaluation eines Nachfolgers von Chefredaktor Markus Spillmann beschäftigt, ohne sich mit dem Redaktionsstab des Hauses abzustimmen. Wir verstehen auch nicht, dass das neunköpfige Gremium einen Kandidaten in Erwägung ziehen konnte, der derart polarisiert wie der Chefredaktor der Basler Zeitung.

Die NZZ ist eine Zeitung, die liberal denkenden Menschen hilft, sich eine eigene Meinung zu bilden. Es ist kein Blatt, das einem sagt, wie man denken soll. Dafür gibt es andere Medien.

Wir hoffen, dass der Aufstand der Redaktion als gutes Zeichen dafür zu werten ist, dass die inneren Schutzmechanismen in der Gruppe wirken. Und wir hoffen auch, dass der Verwaltungsrat diesen Ausrutscher rasch korrigieren kann, um das verlorene Vertrauen gegen innen und gegen aussen zurück zu gewinnen.

Wir sind zuversichtlich, dass der Verwaltungsrat seine Lehren aus diesem Vorfall ziehen wird und zusammen mit der Geschäftsleitung die Herausforderungen der Fahrt in wirtschaftlich stürmischen Gewässern meistern wird!

Für die IG Freunde der NZZ

Erhard Lee, Oliver Benz, Edwin van der Geest

 
Copyright © 2014 IG Freunde der NZZ, All rights reserved.

Newsletter abonnieren  |  Newsletter abbestellen  |  Kontakt