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"Der Hochseefischer" ist der kostenlose E-Mail-Newsletter des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes e.V.

Moin, moin!

Von Hermann Onko Aeikens, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und LandwirtschaftDr. Hermann Onko Aeikens

Wir leben in bewegten Zeiten. Dies gilt nicht nur für die Weltpolitik im Allgemeinen, sondern auch für die Fischereipolitik der Europäischen Union. Die Umsetzung der umfassenden Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik ist im vollen Gange. Zentrale Ziele dieser Reform sind, bis spätestens 2020 alle Bestände in EU-Gewässern nachhaltig zu bewirtschaften und Rückwürfe von unerwünschten Beifängen soweit wie möglich zu vermeiden. Bereits heute zeigt die Reform Wirkung: 2017 werden die Fangmöglichkeiten bei wichtigen Fischbeständen erneut steigen und bei anderen auf historisch hohem Niveau bleiben. Bei der Umsetzung der Anlandepflicht gilt es jetzt für Kommission und Mitgliedstaaten, die noch vorhandenen Probleme mit den sog. fangbegrenzenden Arten („choke species“) rasch zu lösen, um eine Schließung von Fischereien vor Ausschöpfung der Quote zu vermeiden.

Eine völlig neue Herausforderung kommt mit dem vorgesehenen EU-Austritt des Vereinigten Königsreichs auf die Gemeinsame Fischereipolitik zu. In dieser schwierigen Phase kommt es darauf an, die bisher gute Zusammenarbeit mit Großbritannien in der Fischereipolitik im Rahmen des Möglichen fortzusetzen für eine verantwortungsvolle und nachhaltige Bewirtschaftung der Fischbestände in den Meeren. Mit dem Brexit werden sich die EU-Gewässer allerdings signifikant verkleinern. Davon sind auch angestammte Fanggründe der deutschen Flotte, gerade der deutschen Hochseefischerei, betroffen. Die Verhandlungen werden schwierig werden, denn die Erwartungen der britischen Fischerei, durch den Brexit etwas gewinnen zu können, sind groß.

In der Bundesregierung sind wir uns der Bedeutung dieser Frage sehr bewusst und werden die EU-Kommission in den bevorstehenden Verhandlungen nach Kräften unterstützen. Ziel muss es sein, die Prinzipien der Gemeinsamen Fischereipolitik zu bewahren und im Verbund mit anderen betroffenen Mitgliedstaaten die Fangmöglichkeiten in britischen Gewässern soweit wie möglich zu sichern.

Aus dem Verband

Jahresrückblick der Hochseefischerei 2016

Von Dr. Uwe Richter, Vorsitzender des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes

Die wirtschaftlichen Ergebnisse der Hochseefischerei sind auch 2016 wieder gut ausgefallen. Die politische Entwicklung in Europa und besonders der Brexit bereiten der Branche jedoch nach wie vor Sorgen, da sich diese auf die deutschen Kutter- und Hochseefischer auswirkt, welche auf den Zugang zu britischen Gewässern angewiesen sind.

Die deutsche Hochseeflotte gehört mit ihren acht Schiffen nach wie vor zu den modernsten Flotten Europas. Auch 2017 sind Modernisierungen geplant: Zwei Neubauten der Deutschen Fischfang-Union (DFFU) werden in Dienst gestellt, um Altkapazitäten zu ersetzen. Auch der Anteil MSC-zertifizierter Anlandungen der deutschen Hochseefischerei ist 2016 um 27,6 Prozent gestiegen – ein europäischer Spitzenwert.

Zudem wurde eine gemeinsame Absichtserklärung zwischen der Fischereiindustrie und Greenpeace für die nächsten 10 Jahre unterschrieben. Die Kooperation beinhaltet eine Reihe von gemeinsamen Absprachen, darunter ein Verhaltenscodex für nachhaltige Fischerei.

Dies ist ein Auszug aus dem Jahresbericht der deutschen Hochseefischerei. Den vollständigen Bericht können Sie hier einsehen.

„Europa vor dem Brexit“: Parlamentarisches Frühstück der Hochseefischerei

Unter dem Titel „Europa vor dem Brexit“ fand am 21. März 2017 das zweite Parlamentarische Frühstück des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes statt. Zu den Teilnehmern zählten zahlreiche Mitglieder des Bundestages, der parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann, ranghohe Mitarbeiter des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sowie weitere Vertreter aus der Politik.

Eingeleitet durch Vorträge von Dr. Uwe Richter, Vorsitzender des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes, und Gerard van Balsfoort, Vorsitzender der Pelagic Freezer-Trawler Association, fand eine rege Diskussion zu aktuellen Fragen der Fischereipolitik statt. Im Vordergrund stand dabei der geplante EU-Austritt des Vereinigten Königreichs. Gerade ein „harter“ Brexit, der vor allem kurzfristiges Gewinnstreben im Blick hat, könnte zu einer Überfischung der Gewässer führen. Dies hätte gravierende Auswirkungen auf die deutsche Hochseefischerei, wie z.B. massive Arbeitsplatz- und Gewinneinbußen.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass es jetzt vor allem gilt, in der EU für eine geschlossene Linie zu sorgen, um einseitige Lösungen zu vermeiden. Nur durch eine enge Zusammenarbeit im Fischereimanagement könne die Nachhaltigkeit der Fischerei gewährleistet werden. Weiterlesen

Heringsfischerei in der Ostsee erfolgreich angelaufen

Nach einem erfolgreichen Jahresabschluss der Heringsfischerei, ist nun die Frühjahrssaison 2017 angelaufen. Insgesamt wurden bereits mehr als 1500 Tonnen im Fischverarbeitungswerk bei Euro-Baltic in Sassnitz/Mukran angelandet. Die Qualität der Heringe ist ausgezeichnet und eine gute Basis für die Produktion bei Euro-Baltic. Aufgrund dieser guten Ausgangslage konnte die Heringsquote in der westlichen Ostsee um 8 Prozent angehoben werden. Alle Schleppnetzheringe, die bei Euro-Baltic anlanden, sind MSC-zertifiziert. Gleichzeitig hat die Euro-Baltic bereits angekündigt, auch in diesem Jahr wieder nicht MSC-zertifizierte Hering einzukaufen – mit der Hoffnung, dass auch diese Fischereien im Laufe des Jahres die Zertifizierung erfolgreich abschließen werden. Weiterlesen

Große Erfolge für nachhaltige Fischerei in Nord- und Ostsee

Die Fischerei in der Nord- und Ostsee ist deutlich nachhaltiger geworden. Die Fischbestände in der Nordsee sind angewachsen und die Fangquoten auf der Basis wissenschaftlicher Empfehlungen angestiegen. Für die Fischerei bedeutet das im Vergleich zu 2011 mehr Fangmöglichkeiten und für den Verbraucher, dass es eine größere Chance auf mehr einheimischen Wildfisch gibt.

Der Schollenbestand hat in den letzten Jahren ein neues Allzeithoch erreicht und auch der Nordseekabeljau, einst ein Symbolfisch der Überfischung, wird die Nachhaltigkeitsschwelle voraussichtlich dieses Jahr noch erreichen. Weiterlesen


Alle Trawler auf See

Hier finden Sie eine kurze Übersicht, wo die Schiffe der Deutschen Hochseefischerei gerade im Einsatz sind.

Schiff Fischfanggebiet Fischart
ROS 170;Annie Hillina“ westbritische Gewässer Makrele/Holzmakrele
ROS 171;Maartje Theadora“ westbritische Gewässer Makrele/Holzmakrele
ROS 785 „Helen Mary“ Marokko Sardine
ROS 786 „Gerda Maria“ Ostgrönland Schwarzer Heilbutt
ROS 777 „Mark“ Norwegen Kabeljau/Seelachs/Schellfisch
BX 791 „Jan Maria“ Mauretanien Sardine
NC 105 „Kiel“ Ostgrönland Schwarzer Heilbutt/Rotbarsch
NC 100 „Baldvin“ Norwegen Kabeljau/Seelachs/Schellfisch
Seelachskutter Norwegen Seelachs
Ostseekutter Rügen/Ostsee Hering

They Draw and Cook

Die beiden Geschwister Nate Padavick und Salli Swindell sammeln auf ihrer Webseite theydrawandcook.com wunderschön gezeichnete Rezeptbilder aus aller Welt. Wir stellen Ihnen hier die beliebtesten Fischrezepte vor – heute fünf verschiedene Arten, Fisch zuzubereiten.

Illustration von Sam Osborne, mit freundlicher Genehmigung von They Draw & Cook.


Gesichter der Hochseefischerei

In dieser Rubrik präsentieren wir Ihnen in jeder Ausgabe ein neues Gesicht aus der deutschen Hochseefischerei. Lesen Sie in dieser Ausgabe ein Interview mit Kapitän Johannes Hritz auf dem Hochseetrawler ROS 777 „Mark“.

Sie sind Kapitän auf der ROS 777 „Mark“, dem ersten Schiffneubau der deutschen Hochseefischerei seit 1996. Inwiefern hat sich Ihr Arbeitsplatz verändert, seit Sie das erste Mal auf See gefahren sind?

Auf meiner ersten Fangreise auf einem KFK (Kriegsfischkutter, 24m lang), mussten wir die Netze per Hand einholen. Es war ein Knochenjob, keine Hygiene, keine Privatsphäre. Solange der Fisch da war, standen wir an Deck. Jetzt ist das anders. Die Arbeitsbedingungen haben sich verbessert. Alles läuft im Schichtbetrieb, an Deck unterstützen Winden die Matrosen, mit Remote Control bedienbar. Das Schiff ist seetüchtiger als vergleichbare Einheiten von damals. Es gibt einiges an Komfort, von Einzel- oder Zwei-Mann-Kammern mit Bad, sowie Sauna, Fitnessraum, Internet und SAT-TV. Leider sind die Reisen etwas länger, da der große Laderaum gefüllt wird, bevor wir in den Hafen zurückkommen.

Heutzutage wird die Fischerei stark überwacht. Welche konkreten Kontrollmaßnahmen nehmen Sie an Bord vor, um die Nachhaltigkeitsbestrebungen der EU einzuhalten?

Unser Fanggeschirr unterliegt strengen Vorschriften, wie Mindestmaß, Sortiergitter und manchmal auch Einsatzzeit bei einzelnen Fischarten oder Fischgrößen. Da muss die Besatzung an Deck geschult werden, Überwachung des Materials, Fisch-Check auf Größe und prozentuale Anteile erlaubter oder nicht erlaubter Arten. Da braucht man schon mitdenkende und ausgeschlafene Besatzungsmitglieder.

Wie sehr beeinflussen diese Maßnahmen Ihren Alltag an Bord und führen diese Regulierungen Ihrer Meinung nach zu einem nachhaltigeren Fischereimanagement?

Diese Maßnahmen erfordern unsere Aufmerksamkeit zu jeder Stunde auf See. Es sind sehr viele Dinge gleichzeitig zu beachten, ob es das Quoten-Management ist, die Korallen-Schutzgebiete, gesperrte Gebiete, die die Coast Guard ausgibt, mit der wir ständig in Verbindung stehen, oder auch das elektronische Logbuch, wo die Behörden an Land sofort einsehen können, was an Bord aus dem Meer geholt wird. Es ist ein stressiger Job. Ich bin der Meinung, es bringt etwas für die Zukunft. Nachfolgende Generationen werden die kleinen Fische, die aus unseren Sortiergittern entschlüpfen, noch fischen können.

Das Thema der Meeresverschmutzung ist derzeit ein wichtiges Thema in der Politik. Auch den Fischern wird vorgeworfen ihren Teil dazu beizutragen, z.B. durch Geisternetze. Können Sie diesen Vorwuf nachvollziehen?

Ja, ich kann das nachvollziehen. Früher wurde da vieles falsch gemacht. Alles ging über Bord und in vielen Regionen der Welt geschieht das auch noch weiterhin. Das muss strenger überwacht werden. Auf unserem Trawler „Mark“ ist es zum Glück nicht mehr so. Was nicht durch die Verbrennungsanlage darf, wird an Land zurückgebracht. Eine große Erleichterung für mich in Bezug auf meine Verantwortung der Natur gegenüber.

Haben Sie zurzeit auch Lehrlinge an Bord der „Mark“?

Zurzeit ist bei uns kein Lehrling an Bord. Die zwei derzeit in der Ausbildung befindlichen jungen Männer sind auf anderen Schiffen der Reederei im Einsatz. Man kann aber heute sagen, dass der Beruf bei den Jugendlichen nicht gerade weit oben in der Beliebtheitsskala steht. Die lange Zeit auf See weg von den Freunden schreckt ab, trotz Internet und TV. Auch sagen viele, ich kann mein Geld einfacher verdienen.

Lesenswert








 

In jeder Ausgabe des Hochseefischers stellt Claus Ubl, Medienreferent des Deutschen Fischereiverbandes, lesenswerte Artikel über Nachhaltigkeit und Fischerei vor.

shz.de: EU-Fischereiminister einigen sich auf neue Fanquoten
"Nachhaltigkeit bringt Erfolge, das sagt auch Minister Schmidt: 'Besonders erfreulich ist, dass der Nordseekabeljau – lange Zeit Symbolfisch für die Überfischung der Meere – sich deutlich erholt hat.'"

Weser Kurier: Angst um Fischfang nach Brexit
"Das Thema Brexit wird uns in den nächsten Jahren bestimmt noch häufiger beschäftigen."

Salonkolumnisten: Greenpeace bastelt eine Kampagne – und alle machen mit
"Hier wird schön beschrieben, wie Greenpeace arbeitet und die Medien, ohne die Nachrichten zu hinterfragen, sich für die Arbeit von Greenpeace einspannen lassen."

Fisch-Ticker: Nachrichten aus dem Netz

Proplanta: Verbraucher geben mehr Geld für weniger Fisch aus Weiterlesen

Meere und Ozeane: Nachhaltige Fischerei - Experteninterview mit Dr. Gerd Kraus, Direktor des Thünen-Instituts Weiterlesen

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Fotos: BMEL/Thomas Koehler/photothek.net (Moin, moin!); Privat (In den Medien / Gesichter der Hochsee); Claus Ubl (Aus dem Verband); DFFU (Aus dem Verband), Unsfisch Verlag (In den Medien)

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