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"Der Hochseefischer" ist der kostenlose E-Mail-Newsletter des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes e.V.

Moin, moin!

Von Dr. Peter Breckling, Geschäftsführer des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes

Kontrolle ist besser – aber ist mehr Kontrolle noch besser? Im Moment sind Überwachungskameras auf Fischereifahrzeugen das neue Thema für die nächste Änderung des Seefischereigesetzes.

Wir halten fest: Fischerei und Politik haben große Erfolge erzielt bei der Umstellung auf eine nachhaltige Bewirtschaftung der Fischbestände im Meer. Diese Nachhaltigkeitswende bringt jetzt schon “Nachhaltigkeitsdividende“ in Form von steigenden Fangquoten bei einer ganzen Reihe von Beständen. Die regelkonforme Fischerei bringt mehr Erträge. Illegale Aktivitäten zerstören diese Erfolge. Effiziente Kontrolle und Durchsetzung der Regeln nützt also der Fischerei. Zur Zeit gibt es kontinuierliche Positionsmeldung über AIS, alle zwei Stunden eine Positions- und Geschwindigkeitsmeldung über Satellit mit VMS und alle 24 Stunden eine Fangmeldung über Satellit mit dem elektronischen Logbuch. Dazu kommen unangekündigte Seekontrollen und in der Hochseefischerei in manchen Bereichen Observer an Bord. Was bringen da noch die zusätzlichen Überwachungskameras?

Zur vollständigen Erfassung der Fangmengen müsste die Kamera in der Lage sein, jede Fischart zu identifizieren. Das können die existierenden Bildverarbeitungsprogramme bisher nicht. Und eine Auswertung der Aufzeichnungen durch menschliches Personal ist viel zu aufwendig und damit unverhältnismäßig. Zur Erfassung möglicher illegaler Rückwürfe müsste das gesamte Arbeitsdeck flächendeckend erfasst werden. Das ist in Deutschland nicht zulässig, weil die verdachtsunabhängige Überwachung von Arbeitnehmern grundgesetzwidrig ist.

Welche Art von Regelverstößen kann man also mit Kameras erfassen, die man mit den vorhandenen Kontrollinstrumenten nicht nachweisen kann? Genau darum muss sich die Diskussion drehen, und dazu tragen wir gerne bei. Sonst werden die Überwachungskameras ein wirkungsloses Element der Fischereiüberwachung, das nur Kosten und bürokratischen Aufwand verursacht und keinen konkreten Nutzen bringt. Wie erfolgreiches Fischereimanagement ganz ohne Kameras funktioniert, zeigen uns die Norweger. Dort wird Kameraüberwachung grundsätzlich abgelehnt.

Aus dem Verband

“Ein Jahr Fischereireform“: Im Dialog mit der Politik

Foto: Claus Ubl

Unter dem Motto “Ein Jahr Fischereireform“ fand am 17. Februar 2016 das erste Parlamentarische Frühstück des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes statt. Zu den Teilnehmern zählten zahlreiche Mitglieder des Bundestages, alle fischereipolitischen Sprecher der Fraktionen, die beiden Staatssekretäre Peter Bleser und Enak Ferlemann, der Präsident des Thünen-Instituts (TI), sowie weitere Vertreter aus Politik und Wissenschaft.

Eingeleitet durch Vorträge von Prof. Cornelius Hammer, Präsident des Internationalen Rats für Meeresforschung (ICES), und Dr. Christopher Zimmermann, Leiter des TI für Ostseefischerei Rostock, fand eine rege Diskussion zu aktuellen Fragen der Fischereipolitik statt. Neben den Nachhaltigkeitsfortschritten der Hochseefischerei und aktuellen Entwicklungen von Fischbeständen wurde auch die Kameraüberwachung von Fischereifahrzeugen kritisch diskutiert. Weiterlesen

Schiffsbesichtigung der “Maartje Theadora“ zum Thema Kameraüberwachung

Foto: Claus Ubl

Damit sich die Vertreter der betreffenden Behörden ein eigenes Bild davon machen können, wie man Kontrollmaßnahmen vor Ort sinnvoll umsetzen kann, hatte der DHV am 15. März 2016 zuständige Vertreter des BMEL und der BLE auf das Schiff ROS 171 "Maartje Theadora" in Ijmuden eingeladen. Mit einer Länge von 133 Metern handelt es sich bei der Maartje Theadora um das größte deutsche Fischereischiff. Unter anderem wurden an Bord Möglichkeiten der Kameraüberwachung erörtert. Es wurde festgestellt, dass es ausreicht, wenn Kameras so installiert werden, dass die gesamte Operation der Fischpumpe und der Wasserabscheider festgehalten wird. So kann man den kompletten Fangprozess umfassend überwachen und Highgrading (Fangaufwertung) und Slipping (Verwerfung) ausschließen. Diese Erkenntnis kann auf alle pelagische Trawler übertragen werden. Weiterlesen

Heringssaison erfolgreich abgeschlossen

Bis zum Abschluss der diesjährigen Frühjahrsheringssaison in der westlichen Ostsee wurden insgesamt 8.300 Tonnen bei Euro-Baltic in Sassnitz/Mukran angelandet. Diese Menge entspricht knapp 60 Prozent der zur Verfügung stehenden Quote. Insgesamt standen der Fischerei 18 Prozent mehr Quote als 2015 zur Verfügung. Von den angelandeten Heringen wurden ca. 7.000 Tonnen mit dem Schleppnetz gefangen. Über 99 Prozent dieser Fänge sind MSC-zertifiziert. Neben den Schleppnetzheringen wurden etwas mehr als 750 Tonnen Stellnetzhering und ca. 550 Tonnen Reusenhering an das Fischwerk Euro-Baltic geliefert. Für die Herbstsaison stehen jetzt noch etwa 2.000 Tonnen für die Schleppnetzfischerei zur Verfügung. 

Neue MSC-Zertifizierung für die Hochseefischerei

Die deutsche Hochseefischerei hat wichtige neue MSC-Zertifizierungen im pelagischen und demersalen Sektor zu verzeichnen: Seit Februar 2016 ist nun die Fischerei auf Blauen Wittling zertifiziert. Auch mit der MSC-Zertifizierung der pelagischen Makrelenfischerei wird noch im Mai dieses Jahres gerechnet. Die Fischerei auf Seelachs in der Nordsee und den norwegischen Gewässern wurden ebenfalls für weitere fünf Jahre erfolgreich rezertifiziert. Für die Zertifizierung der Kabeljau- und Schellfischfischerei in denselben Gebieten läuft derzeit das Jahresaudit.

Insgesamt prognostiziert der DHV, dass 2016 etwa 65 Prozent aller Anlandungen aus europäischen Gewässern das MSC Siegel tragen werden. Im europäischen Maßstab ist das ein absoluter Spitzenwert. Weiterlesen

Samherji stellt sich vor

Foto: DFFU

Samherji ist eines der führenden Unternehmen Islands und Gesellschafter der Deutschen Fischfang Union Cuxhaven. Das Unternehmen mit Sitz in Akureyri deckt durch seine vertikal integrierte Struktur von der Fischerei über die Fischverarbeitung bis zur Vermarktung des Endproduktes nahezu sämtliche Segmente innerhalb der Fischereiindustrie ab. Dabei wird das Leitbild einer nachhaltigen Fischerei verfolgt, das durch ein gezieltes Ressourcenmanagement umgesetzt wird.

Anlässlich des alle zwei Jahre stattfindenden Samherji-Konzern-Meetings kamen vom 7. bis zum 10. April 2016 Mitglieder und Partner der Samherji Familie in Akureyri, Island, zusammen. Zu dieser Veranstaltung reisten Verantwortliche, Mitarbeiter und Partner der nationalen Gesellschaften aus Nordamerika, Europa, Afrika und Asien an.

Neben den Sitzungen wurde für die Teilnehmer des Konzern-Meetings wieder ein Rahmenprogramm organisiert um Land und Kultur näher kennen zu lernen und Erfahrungen auszutauschen. Unter anderem stand ein Empfang in dem erst kürzlich fertig gestellten Produktionswerk von Samherji auf dem Programm. Bei dieser Gelegenheit konnte die Fabrik besichtigt werden, die auf den neuesten Stand der Fischverarbeitungstechnik gebracht wurde. Darüber hinaus hatten die Teilnehmer die Wahl, in ihrer meetingfreien Zeit an einer kulinarischen Rundreise entlang des Eyjafjordes teilzunehmen oder sich im nahegelegenen Skigebiet sportlich zu betätigen.


Alle Trawler auf See

Hier finden Sie eine kurze Übersicht, wo die Schiffe der Deutschen Hochseefischerei gerade im Einsatz sind.

Foto: DFFU

Schiff Fischfanggebiet Fischart
ROS 777 Mark Irminger See Rotbarsch
ROS 171 Maartje Theadora  Südpazifik Holzmakrele
ROS 785 Helen Mary Marokko Sardine
ROS 170 Annie Hillina Nordsee (01.07.) Hering
BX 791 Jan Maria Westbritische Gewässer     Blauer Wittling
ROS 786 Gerda Maria Ostgrönland Schwarzer Heilbutt
NC 105 Kiel Ostgrönland Schwarzer Heilbutt
NC 100 Baldwin Ostgrönland Schwarzer Heilbutt

They Draw and Cook

Die beiden Geschwister Nate Padavick und Salli Swindell sammeln auf ihrer Webseite theydrawandcook.com wunderschön gezeichnete Rezeptbilder aus aller Welt. Wir stellen Ihnen hier die beliebtesten Fischrezepte vor. Heute einen frühlingshaften Chile & Lime Sea Bream.

Illustration von Johnathan Hawker, mit freundlicher Genehmigung von They Draw & Cook.


Gesichter der Hochseefischerei

In dieser Rubrik präsentieren wir Ihnen in jeder Ausgabe ein neues Gesicht aus der deutschen Hochseefischerei. Lesen Sie diesmal ein Interview mit Gerald van Balsfoort, Präsident der Pelagic Freezer-Trawler Association (PFA).Foto: MSC

Die PFA war eine der ersten großen europäischen Fischereien, die 2006 die MSC-Zertifizierung erhalten haben. Wie viele Fischprodukte, die von Mitgliedern Ihrer Vereinigung erzeugt werden, tragen inzwischen das MSC-Ökosiegel?

Die PFA hat im Jahr 2000 in einer offiziellen Erklärung unsere Ziele bezüglich verantwortungsbewusster und nachhaltiger Fischerei festgelegt. Ein Ziel in der Erklärung war es, die MSC-Zertifizierung für unsere Hauptfischereien zu erhalten um damit nachweisen zu können, dass die PFA verantwortungsbewusst und nachhaltig fischt. Die Nordseeheringsfischerei war die erste Fischerei, die wir auf MSC-Kurs bringen konnten. Tatsächlich war sie auch europaweit die erste große Fischerei, die MSC-zertifiziert worden ist. Daraufhin folgten dann innerhalb kürzester Zeit auch alle anderen Fischereien für Nordseehering. Der PFA wurden seitdem außerdem die atlanto-skandische Heringsfischerei, die Makrelenfischerei und zuletzt auch die Fischerei auf den Blauen Wittling zertifiziert.

Wie aufwändig ist so ein Zertifizierungsprozess und welche Kritierien müssen dafür erfüllt werden?

Unser erster Zertifizierungsprozess, der Nordseehering, hat relativ lange gedauert. Das war für alle, auch für uns, ein neuer Prozess. Wir mussten für die Zertifizierungsstelle sehr viele Daten zu unserer Fischerei sammeln und außerdem erklären, wie diese in der Praxis aussieht. Dann mussten wir zusätzliche Messinstrumente entwickeln. Die Schiffscrew musste zudem Berichte zu bestimmten Themen für die MSC-Prüfung schreiben. Insbesondere die Auswirkung der Fischerei auf das Ökosystem – eines der drei MSC-Kernkriterien - war für uns ein neuer Aspekt, der zusätzliche Berichterstattung erforderte.

2011, fünf Jahre nach der ersten Zertifizierung, wurde unser Nordseehering rezertifiziert und befindet sich jetzt bereits in der zweiten Rezertifizierungsrunde. Inzwischen dauern diese Rezertifizierungs- und Erstzertifizierungsprozesse nicht mehr so lange.

Vor kurzem haben auch der Blaue Wittling und die Makrele das MSC-Siegel erhalten. Inwiefern ist dieser Schritt ein wichtiger Meilenstein in Richtung nachhaltige Fischereiwirtschaft?

Die Zertifizierung des Blauen Wittlings ist unter anderem deshalb ein Meilenstein, weil es das erste Mal ist, dass der Blaue Wittling im nordöstlichen Atlantik MSC-zertifiziert worden ist. Die Fischerei auf den Blauen Wittling ist groß, mit überwiegend sehr hohen Fangquoten. Es wurde entsprechend vom Volumen her eine sehr große Menge an Fisch MSC-zertifiziert.

Anders hingegen die Makrele. Gemeinsam mit den Makrelenfischereien der norwegischen, irischen, britischen, dänischen und schwedischen Flotten wurde unsere Makrelenfischerei schon vor Jahren zertifiziert. All diese Zertifikate wurden dann allerdings bedauerlicherweise wieder aufgehoben, da sich das gemeinsame Makrelenfischereimanagement der involvierten Länder (EU, Norwegen, Faröer Inseln, Island) nicht einigen konnte. In 2014 haben wir dann mit der Rezertifizierung unserer Makrelenfischerei begonnen und es freut mich sehr, sagen zu können, dass wir es geschafft haben, das MSC-Zertifikat für unsere Makrelenfischerei wiederzuerlangen. Für mich ist das ein Meilenstein.

Sie können Gerald van Balsfoort (@gvanbalsfoort) auch auf Twitter folgen.

In den Medien 

Claus Ubl, Medienreferent des Deutschen Fischerei-Verbandes, stellt interessante Veröffentlichungen über Nachhaltigkeit und Fischerei vor:

Die Welt: Essen Sie mehr Fisch, denn der macht wirklich klug

“Der Artikel beschreibt ausführlich wie gesund Fisch ist. Selbst Psychosen lassen sich damit behandeln.“

Husumer Nachrichten: Noch mehr Druck für Kutterfischer

“Hier kritisieren “Nicht-Fischereiverbände“ das Vorhaben, Fischereifangbeschränkungen zu erlassen und fordern Beweise für die getätigten Behauptungen der Bundesregierung.“

World Fishing & Aquaculture: Seelachsfischerei rezertifiziert

“Ein kurzer Bericht zur Re-Zertifizierung der Seelachsfischerei.“

Fisch-Ticker: Nachrichten aus dem Netz

The Fish Site: Sofortiges Rückwurfverbot könnte das marine Ökosystem destabilisieren Weiterlesen

Umweltbundesamt: Erster Runder Tisch gegen Meeresmüll Weiterlesen

MSC: Kantine des Umweltministeriums serviert zertifizierten Fisch Weiterlesen

The Fish Site: Dronen werden zur Überwachund von illegaler Fischerei eingesetzt Weiterlesen

MSC: Seelachs-Fischereien von UK Fisheries, DFFU und Doggerbank Gruppe als nachhaltig zertifiziert Weiterlesen

 

Termine

18. Mai 2016 – Europäischer Tag der Meere (Turku/Finnland)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Fotos: Bundesministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Moin, moin!)

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