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"Der Hochseefischer" ist der kostenlose E-Mail-Newsletter des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes e.V.

Moin, moin!

Mit drastischen Zahlen warnt Greenpeace in seiner aktuellen Kampagne vor den sogenannten „Monsterbooten“ der Hochseefischer und behauptet, eine nachhaltige Bewirtschaftung der Meere sei nur durch kleinskalige Fischerei möglich. Ein genauerer Blick auf die Behauptungen von Greenpeace zeigt, wie irreführend die Argumentation der Aktivisten ist.

Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema, das eine ehrliche und konstruktive Debatte erfordert. Greenpeace konterkariert dieses Ziel mit seiner populistischen Kampagne. Denn dass die Überfischung der Meere durch die Hochsee-Trawler angeheizt wird, ist schlicht falsch. Im Gegenteil: Europa nimmt weltweit eine Vorreiterrolle in der nachhaltigen Fischerei ein. Für den Erhalt der Fischbestände ist nicht die Größe der Trawler entscheidend, sondern ein langfristiges Fischereimanagement mit festgelegten Fangquoten, modernen, selektiven  Fangmethoden, guten Kontrollen und einer Minimierung  der  Rückwürfe. Alle diese Maßnahmen sind Säulen der deutschen Hochseefischerei.

Kleine Küstenfischereifahrzeuge können nicht sicher auf der Hohen See operieren. Moderne Verarbeitung und Lagerung an Bord sichert die Produktqualität und erfüllt höchste hygienische Ansprüche. Die deutsche Hochseefischerei im Nordostatlantik versteht sich auch in Bezug auf soziale und wirtschaftliche Gesichtspunkte der Nachhaltigkeit als Vorreiter.

Die großen Fangschiffe arbeiten energieeffizient und verfügen deswegen über einen guten CO2-Fussabdruck pro Kilo gefangenem Fisch. Ihre Kontrolle ist weniger aufwendig als die Überwachung einer Vielzahl kleiner Schiffe. Schließlich sind große  Fischereiunternehmen besser in der Lage, in neue Technologien zur nachhaltigen Fischerei, MSC-Zertifizierungen und zusätzliche Kontrollinstrumente zu investieren.

Mit der Reform der EU-Fischereipolitik ist Nachhaltigkeit als Grundlage der Fischerei festgeschrieben worden. Greenpeace ignoriert diesen gewaltigen Fortschritt schlicht und bezieht sich wiederholt auf Zahlen und Beispiele aus der Zeit vor der Reform. Noch vor der vollständigen Implementierung der Gemeinsamen Fischereipolitik in Deutschland ruft Greenpeace bereits nach einer weiteren Verschärfung der Fischerei-Regeln anstatt zunächst zu evaluieren, welche Erfolge die neuen Regeln für die Nachhaltigkeit bringen.

Das zeigt: es geht Greenpeace gar nicht um eine nachhaltige Fischerei, sondern um medienwirksame Kampagnen  und  ideologisch begründete Beschränkungen der Fischerei. Im Ergebnis wird der Fisch dadurch sehr viel teurer und nur noch für eine wohlhabende Minderheit erschwinglich. Das wäre erst Recht nicht nachhaltig.

Dr. Peter Breckling ist Generalsekretär des Deutschen Fischerei-Verbands

Umfrage: Verbraucher achten bei Fisch auf Nachhaltigkeit und Preis

Quelle: MSC

 

Aus dem Verband

Mauretanische Fischmehlfabriken gefährden Sardinellenbestände

Die Fischmehlindustrie in Mauretanien ist in den letzten Jahren besorgniserregend stark angewachsen. Die Fabriken verarbeiten Sardinellen und Bonga, einen heringsartigen Fisch. Ein unbegrenztes Wachstum der Fischmehlfabriken wird langfristig zur Erschöpfung der Fischbestände und zur Schädigung der Fischerei für den menschlichen Konsum führen. Die Fabriken sorgen auch nicht für mehr Beschäftigung in der Region, da die Betreiber lieber Chinesen als lokale Arbeitnehmer einstellen. Derzeit gibt es 18 Fischmehlfabriken im Hafen von Nouadhibou. Weitere Lizenzen werden – Gerüchten zufolge – bereits verteilt. Bereits heute werden EU-Flotten mit Verweis auf die gefährdeten Sardinellenbestände gezwungen, außerhalb der 20-Seemeilen-Zone zu fischen. Dabei fischen die Fischmehlfabriken mittlerweile mehr Sardinellen als die gesamte EU-Fischerei vor Mauretanien.

Treffen des Hochseefischereiverbandes mit den Länderreferenten

Am 9. Dezember 2014 fand das traditionelle Treffen der deutschen Hochseefischerei mit den Fischereireferenten aus Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bremen statt. Dabei wurde ein Resümee der vergangenen Saison gezogen und ein Ausblick auf das neue Jahr gegeben. Positiv ist, dass die Drittlandsverhandlungen in diesem Jahr alle pünktlich beendet werden konnten und so Planungssicherheit für die kommende Saison besteht. In diesem Jahr hatten sich die Norwegenverhandlungen bis in den März hingezogen, so dass die deutsche Hochseefischerei ihre Seelachsquote nicht nutzen konnte.

Fischereiabkommen für 2015 abgeschlossen

Auf der NEAFC Jahrestagung – den bilateralen Verhandlungen zwischen der EU und Grönland sowie den bilateralen Verhandlungen zwischen Norwegen und der EU – einigten sich die Verhandler in den vergangenen Wochen über die Fangmöglichkeiten 2015. Diese Abkommen stellen für die deutsche Hochseefischerei traditionell die wichtigste Basis für den Flotteneinsatz dar.

Durch die vollständige Einigung zu den internationalen Fangmöglichkeiten bis Jahresende gibt es für die Fischer Planungssicherheit für das kommende Jahr. Dies war in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Die wichtigsten Ergebnisse der einzelnen Verhandlungen sind:

  • Die wichtigste Quote stellt der pelagische Rotbarsch (Irminger See) dar. Die Bestandseinschätzung des ICES für 2015 forderte eine drastische Quotenreduzierung von mindestens 50% für den tiefen pelagischen Bestand und wiederholt einen Null-TAC für den flachen Bestand. Vor der NEAFC-Jahrestagung wurde durch Island, Norwegen und Grönland ein Moratorium für den tiefen Bestand gefordert. Mit maßgeblicher Unterstützung des BMEL konnte die EU-Kommission erreichen, dass es nicht zu einem Null-TAC kam, sondern zu einer Quotenreduzierung von 52,5%. Zudem wurden weitere Fangrestriktionen für diesen Bestand eingeführt und die Erarbeitung eines langfristigen Managementplanes festgelegt. Da Deutschland Hauptträger der Rotbarschquote ist, trifft diese Entscheidung die deutsche Hochseefischerei hart, das Schlimmste konnte jedoch verhindert werden.
  • Auch in den Verhandlungen zwischen der EU und Grönland wurde der Rotbarschsituation Rechnung getragen. Die Quoten für den Schwarzen Heilbutt in Grönland West und beim demersalen Rotbarsch bleiben auf dem Vorjahresniveau. Für den Schwarzen Heilbutt Grönland Ost wurde die Quote leicht angehoben.
  • Die EU und Norwegen haben sich ebenfalls über Fangquoten der gemeinsam bewirtschafteten Fischbestände geeinigt. Damit sind wichtige Weichenstellungen für die Fischerei in der Nordsee im nächsten Jahr erfolgt. Weitere Informationen zu den Norwegen-Fanquoten finden Sie hier.

Stellungnahme zur Greenpeace-Studie „Fischereimonster: Der Fluch der Meere“

Mit einer Studie mit dem Titel „Monsterboote“ will Greenpeace auf die vermeintliche Gefahr durch Fischtrawler für das Ökosystem hinweisen. Die Studie enthält eine Vielzahl unwahrer Behauptungen, die einer unabhängigen Prüfung nicht standhalten. Die komplette Stellungnahme des Deutschen Fischerei-Verbandes und der Pelagic Freezer-Trawler Association PFA können Sie hier nachlesen: DFV-Stellungnahme, PFA-Stellungnahme.

EU beschließt Quoten für Ostsee 2015

Am 13.Oktober 2014 einigten sich die EU-Fischereiminister in Luxemburg auf neue Fangmöglichkeiten für das kommende Jahr. Dabei ging es um die Gesamtfangmenge (TAC) für bestimmte Fischbestände und die Fangaufwandbeschränkung (Tage auf See) für die Fischerei auf die beiden Dorschbestände in der Ostsee. Mit der erzielten Einigung wird sichergestellt, dass ab dem kommenden Jahr die meisten Bestände nach dem Prinzip des höchstmöglichen Dauerertrages (MSY) befischt werden. Weiterlesen

EU-Seminar über den Zustand der Fischbestände: „Positive Story über den Nordost-Atlantik mit Nord- und Ostsee“

Wissenschaftliche Daten zeigen klare Langzeit-Trends für eine steigende Fisch-Biomasse und abnehmende fischereiliche Sterblichkeit. Viele Bestände sind wieder aufgebaut und liefern stabile und nachhaltige Erträge. Auch der Fischereisektor zeigt eine verbesserte wirtschaftliche Performance auf. Gründe für diese positive Entwicklung sind unter anderem der Wiederaufbau der Bestände, gute Märkte und stabile Nachfrage. Weiterlesen


They Draw and Cook

Die beiden Geschwister Nate Padavick und Salli Swindell sammeln auf ihrer Webseite theydrawandcook.com wunderschön gezeichnete Rezeptbilder aus aller Welt. Wir stellen Ihnen hier die beliebtesten Fischrezepte vor. Heute mit einer reichhaltigen Fish Head Soup! Zum Vergrößern einfach auf das Bild klicken.

Illustration von Tim Eakin, mit freundlicher Genehmigung von They Draw & Cook.


Gesichter der Hochsee: Gabor Dröse, Kapitän der „Maartje Theadora“

In dieser Rubrik präsentieren wir Ihnen in jeder Ausgabe ein neues Gesicht aus der deutschen Hochseefischerei. Lesen Sie diesmal einen Auszug aus einem Interview mit Gabor Dröse, Kapitän der „Maartje Theadora“, das die Onlineausgabe der Bild-Zeitung im Rahmen der Serie „Deutschland, deine bunte Arbeitswelt“ geführt hat.

Kapitän Gabor Dröse (38) fährt seit 22 Jahren zur See. Als einer der jüngsten deutschen Kapitäne trägt er die Verantwortung für den größten deutschen Fischtrawler, die „Maartje Theadora“. Das Fischfang-Schiff mit Heimathafen Rostock ist 141m lang, 19m breit und bietet Platz für mehr als 50 Mann Besatzung.

Was ist das Beste am Job als Hochseekapitän?

Für den Job als Kapitän eines Fischtrawlers braucht man natürlich einen gewissen Jagdtrieb. Denn trotz der Erfahrung wissen wir bei der Fahrt aus dem Hafen noch nicht, wo wir dieses Mal Fische finden werden. Kein Tag ist wie der andere und keine Situation gleicht einer schon erlebten. Manchmal fängt man am Tage besser, mal in der Nacht und auch die Technik will manchmal nicht so wie man selbst möchte: das Netz geht kaputt, eine Winde gibt den Geist auf, etc. Man muss einfach auf alles gefasst sein, das macht die Arbeit spannend und fordert mich täglich heraus.

Was nervt Sie an Ihrem Job?

Dass ich meine Familie nur selten sehe. Der Geburtstag meiner Tochter ist zum Beispiel eigentlich ein Grund zur Freude. Aber durch die oft wochenlangen Fangreisen kann ich leider nicht immer an Ihrem Ehrentag zu Hause sein. Sie fragte mich an Ihrem siebten Geburtstag, warum ich denn nicht kommen könnte, obwohl sie mir eine Einladungskarte geschickt hatte. Dies stimmte mich natürlich schon traurig. Zum Glück kann ich heutzutage – anders als früher – regelmäßig über das Internet mit meiner Familie in Kontakt bleiben.

Für wen ist der Job geeignet, für wen nicht?

Der Job ist geeignet für Menschen, die Lust haben zu arbeiten, die nicht nur den Feierabend im Blick haben und die auch mal Entbehrungen erdulden können. Man sollte zudem als Persönlichkeit gefestigt sein: Der Umgangston ist hin und wieder rau, aber herzlich. Auf See funktioniert man nur als Team, Einzelkämpfer haben hier schlechte Karten. Ich habe in meiner Laufbahn auch Frauen kennengelernt, die ebenfalls den Beruf des Fischers ergriffen haben und diesen hervorragend ausüben.

Der Beruf des Hochseefischers ist einer der körperlich anstrengendsten Berufe, die man wählen kann. Mehrere Monate im Jahr sind wir unterwegs, kämpfen auf unseren Fangfahrten mit Wind und Wetter bei Arbeitstagen von täglich bis zu 12 Stunden.

Das vollständige Interview können Sie auf der Webseite der Bild-Zeitung nachlesen.

Veranstaltungen

12. Juni: Start der "Tour de Matjes" (Bremen)

17. September: Bremerhavener Fischessen (Berlin)

Illustration mit freundlicher Genehmigung von They Draw and Cook

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