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"Der Hochseefischer" ist der kostenlose E-Mail-Newsletter des Deutschen Hochseefischerei-Verbands e.V.
Foto: thebarrowboy, Lizenz: CC BY 2.0

Moin, moin!

Von Dr. Uwe Richter, Vorsitzender des Deutschen Hochseefischerei-Verband e.V.

Wirtschaftlich gesehen war das Jahr 2013 für die deutschen Hochseefischer durchwachsen. Die politische Entwicklung auf dem Fischereisektor, insbesondere die Umsetzung der Reform der Europäischen Fischereipolitik und den nach wie vor ungelösten Makrelenstreit, verfolgen wir mit Besorgnis.

Trotzdem: Die deutsche Hochseeflotte gehört nach wie vor zu den modernsten in Europa. Um dieses Level zu halten, haben wir im vergangenen Jahr viel Eigenkapital in die nachhaltige Modernisierung der Fangflotte investiert. Drei Trawler wurden einer umfangreichen Modernisierung unterzogen. Schwerpunkt war die Umstellung der Kälteanlage auf ein umweltfreundliches Kältemittel.

Auch die Nutzung selektiver Fangmethoden ist für die Hochseefischer selbstverständlich. Die Reedereien beteiligen sich aktiv an der Entwicklung und Umsetzung von Konzepten zur nachhaltigen Fischerei. 2013 konnte das MSC-Zertifikat für die Kabeljau-, Seelachs- und Schellfischfischerei in der Nordsee und in norwegischen Gewässern erfolgreich verteidigt werden. Auch die Jahresaudits des MSC für die zertifizierte Heringsfischerei in der Nordsee und in norwegischen Gewässern waren erfolgreich. Diese Fischereien gelten für ein weiteres Jahr als MSC zertifiziert.

Die Zertifizierung der Makrelenfischerei ist wegen des anhaltenden Streits zwischen der EU, Norwegen, den Faröern und Island über die Aufteilung der Makrelenquote und die Erarbeitung eines gemeinsamen, langfristigen Bewirtschaftungssytems leider immer noch ausgesetzt.

Die Hochseefischerei hat sich im vergangenen Jahr aktiv an der Diskussion und Meinungsbildung zur Reform der EU-Fischereipolitik beteiligt und nimmt ihre Verantwortung im ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereich ernst. Die deutsche Hochseefischerei beteiligt sich seit 2013 an einem internationalen Pilotprojekt zur Überprüfung von technischen Maßnahmen in Vorbereitung der Umsetzung der Anlandeverpflichtung ("Discardverbot") in der pelagischen Fischerei ab 2015.

Unzufrieden sind wir mit der teilweise unprofessionellen Verhandlungsführung der EU-Kommission über das Fischereiabkommen mit Norwegen. Bis Jahresende ist es nicht zu einem Abschluss für das Jahr 2014 gekommen. Eine Fischerei in norwegischen Gewässern ist somit bisher unmöglich, wodurch den deutschen Fischern ein immenser wirtschaftlicher Schaden entsteht.

Wenn dann die vollständigen Fangmöglichkeiten endlich zur Verfügung stehen, sind saisonbedingte Fischereien bereits abgeschossen oder ineffizient. Auch die von Norwegen jährlich neu diktierten Beifangregelungen für Schellfisch im Rahmen der Kabeljaufischerei bei Spitzbergen ist für die EU-Flotte diskriminierend. Die Kommission nimmt dies jedoch mehr oder weniger hin.

Die Zusammenarbeit mit dem BMEL und der BLE befindet sich hingegen auf einem guten Niveau. Die Deutsche Hochseefischerei fühlt sich durch die Mitarbeiter des BMEL auf internationalem Parkett sehr gut vertreten.

Falls Sie an dem ausführlichen Tätigkeitsbericht des Deutschen Hochseefischereiverbandes für das Jahr 2013 interessiert sind, schicken Sie eine E-Mail an: uwe.richter@eurobaltic.de

Aus dem Verband

Broschüre zur "Nachhaltigen Fischerei"

Die deutschen Hochseefischer fischen seit Jahren nach strengen Nachhaltigkeitskriterien. Anlässlich der Grünen Woche in Berlin hat der Deutsche Hochseefischerei-Verband eine kurze Broschüre erstellt, die erklärt, was Politik und Fischer für nachhaltige Fischerei tun. Weiterlesen

FMS "Baldvin" wird umgebaut

Im Zuge der Konsolidierung und Anpassung an die aktuellen und zukünftigen Fangmöglichkeiten investiert die Deutsche Fischfang-Union GmbH & Co. KG (Cuxhaven) einen erheblichen finanziellen Betrag in die Modernisierung ihres FMS "Baldvin", NC 100. Weiterlesen

Deutsche Hochseefischerei kann auch 2014 nachhaltig fischen

Mitte Dezember 2013 wurden in Brüssel die Gesamtfangmengen für das Jahr 2014 für viele europäische Fischbestände festgelegt. Die Deutsche Hochseefischerei sieht in den neuen Fangquoten ein klares Zeichen dafür, dass sich das langjährige Engagement für eine nachhaltige Fischerei bewährt hat. Weiterlesen


Gesichter der Hochseefischerei

In dieser Rubrik präsentieren wir Ihnen in jeder Ausgabe ein neues Gesicht aus der deutschen Hochseefischerei. Lesen Sie diesmal ein Kurzinterview mit Gerd Dierks, Hochseekapitän auf der Jan Maria, der seit über 40 Jahren zum Fischen ausläuft.

Wo befinden Sie sich gerade und wie lange sind Sie noch auf See?

Wir befinden uns gerade an der NW-Küste Irlands und hoffen auf einen guten Fang und auch auf gutes Wetter um diese Jahreszeit. Ziel unserer Fischereiaktivitäten sind Makrele und Holzmakrele. Wenn das Wetter mitspielt und wir Glück beim Fang haben, hoffen wir in ca. 4 Wochen wieder zu Hause zu sein.

Wie wird man Kapitän eines Hochseetrawlers?

Aus Interesse an der Seefahrt habe ich 1967 eine Ausbildung zum Matrosen der Hochseefischerei in Rostock begonnen. Später bin ich dann auf verschiedenen Fischereifahrzeugen zur See gefahren. Um erfolgreich in seinem Beruf zu sein, muss man ihn lieben, Interesse zeigen und den Ehrgeiz haben sich weiterzuentwickeln. Deswegen begann ich später eine Weiterbildung zum Offizier. Als Nautischer Offizier sammelte ich Erfahrungen in der pelagischen und der Grundschleppnetzfischerei auf verschiedenen Fischereifahrzeugen und Fangplätzen. 1988 wurde ich das erste Mal als Kapitän eingesetzt. Bis heute habe ich das Interesse und die Liebe zu diesem Beruf nicht verloren.

Die EU hat Ende des letzten Jahres eine Reform der EU-Fischereipolitik beschlossen - wie hat sich Ihr Beruf dadurch geändert?

Die neue EU-Reform soll eine nachhaltige Fischerei sichern und liegt damit in unserem eigenen Interesse, denn wir leben schließlich vom Fischfang. Im Wesentlichen hat sich durch die Reform nicht viel geändert: einige Regeln wurden verschärft und es werden verstärkte Kontrollen durchgeführt. Ab 2015 darf zudem kein Fisch mehr "discardet" werden. Es muss also alles, was gefangen wurde, an Bord behalten und eingefroren werden. Zur Zeit muss Fisch, der kein Mindestmaß hat, wieder zurück ins Meer gegeben werden. Das versuchen wir durch technische Maßnahmen wie große Netzmaschen oder durch einen Wechsel des Fangplatzes zu vermeiden.

Woher wissen Sie, wo es aktuell gute Fangmöglichkeiten gibt?

Langjährige Erfahrung spielt eine große Rolle. Aber auch Informationen von anderen Kollegen, die gerade die gleiche Fischart befischen, können sehr hilfreich sein. Dann haben wir natürlich noch technische Hilfsmittel wie Echolote und Sonar. Damit ist es uns möglich, Fischschwärme zu orten, die entweder unter dem Schiff sind oder um das Schiff herum. So suchen wir dann den Fisch gezielt am entsprechenden Fangplatz.

Sie sind oft monatelang unterwegs. Wie schaffen Sie es Kontakt zu Ihrer Familie zu halten?

Unsere Fangreisen dauern je nach Fangsaison zwischen 4-6 Wochen. Während dieser Zeit auf See halte ich den Kontakt zur Familie per E-Mail oder ich rufe einfach zu Hause an. Mit der modernen Ausrüstung der heutigen Schiffe ist alles wesentlich unkomplizierter als noch vor ein paar Jahren.

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Veranstaltungen

6.-8. Mai 2014 European Seefood Exposition (Brüssel)

19.-20. Mai 2014 Europäischer Tag der Meere (Bremen)

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