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"Der Hochseefischer" ist der kostenlose E-Mail-Newsletter des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes e.V.

Moin, moin!

Von Dr. Till Backhaus (SPD), Minister für Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Ich freue mich, dass die deutsche Hochseeflotte mit dem neuen Trawler ROS 777 „Mark“ eine weitere Modernisierung erfährt und dass das neue Schiff seinen Heimathafen in Rostock haben wird. 34 Besatzungsmitglieder haben dort ihren Arbeitsplatz, von denen 90 Prozent aus Deutschland und insbesondere Mecklenburg-Vorpommern kommen werden. Das verdeutlicht die Bedeutung der Fischerei für unser Bundesland.

Mecklenburg-Vorpommern ist nicht nur ein Land mit einer ausgeprägten Kutter- und Küstenfischerei, hier ist auch ein bedeutender Teil der deutschen Hochseefischerei beheimatet. Dies freut mich auch deshalb, da damit die Tradition der Hochseefischerei des Standortes Rostock fortgesetzt werden konnte. Schließlich war auch hier ein Strukturwandel zu verzeichnen. Heute können wir sagen, dass wir auf einem guten Weg sind und dass die Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern ihren Platz hat.

Hauptfanggebiete des Schiffneubaus werden die norwegischen Gewässer und Gewässer vor der grönländischen Küste sein. Hier stehen der Reederei Quoten für den Fang der Weißfischarten Kabeljau, Schellfisch und Seelachs sowie Rotbarsch und Schwarzer Heilbutt zur Verfügung. Die Fischerei auf die genannten Weißfischarten ist komplett MSC-zertifiziert. Damit werden künftig ca. 50 Prozent der Anlandungen des Schiffsneubaus das Nachhaltigkeitssiegel tragen.

Das Schiff ist außerdem mit einer umweltschonenden Antriebstechnik und energieeffizienten Maschinen und Anlagen ausgestattet. So wird wichtigen Umweltkriterien sowie der Ausrichtung der europäischen Fischereipolitik unter Berücksichtigung wichtiger Nachhaltigkeitskriterien Rechnung getragen. Das begrüße ich sehr. Schließlich muss auch die Fischerei auf dem neuesten Stand bleiben, um allen Ansprüchen gerecht zu werden.

Ich wünsche der Warnemünder Hochseefischerei GmbH und der niederländischen Unternehmensgruppe Parlevliet & Van der Plas beim Einsatz des heute in Dienst gestellten Hochseetrawlers ROS 777 „Mark“ wirtschaftlichen Erfolg und immer eine Hand breit Wasser unter dem Kiel.

Anmerkung: Dieser Text ist eine gekürzte Form des Grußworts von Minister Backhaus anlässlich der Schiffstaufe der ROS 777 „Mark“ am 26. Mai 2015 in Sassnitz. Es gilt das gesprochene Wort.

Aus dem Verband

Die Samherji-Tochtergesellschaft Deutsche-Fischfang-Union (DFFU) lässt zwei neue Fischereischiffe bauen

Die Geschäftsführer des isländischen Seafood-Unternehmens Samherji und dessen Tochtergesellschaft Deutsche Fischfang-Union (DFFU) haben einen Vertrag zum Bau von zwei Fischereischiffen mit der Reederei Kleven in Alesund, Norwegen, abgeschlossen. Entworfen wurden die beiden Schiffe von Rolls Royce.

Haraldur Gretarsson, Geschäftsführer der DFFU, sprach seine Freude über den Vertragsabschluss aus. „Besonders freut uns der Zeitpunkt des Kaufs, da es im Herbst genau 20 Jahre her ist, dass Samherji die DFFU übernommen hat“, so Gretarsson.„Die letzten Jahre waren durch viele und zum Teil schwerwiegende Veränderungen gekennzeichnet, die wir auch in Cuxhaven wahrgenommen haben. Jetzt haben wir die Gelegenheit, neue Schiffe für das Unternehmen zu bauen und optimistisch in die Zukunft zu schauen“, sagte er weiterhin.

Die beiden Schiffe sind die ersten Neubauten seit der Übernahme durch die Samherji-Gruppe im Jahr 1995. Die geplanten Schiffe entsprechen höchsten technologischen Standards hinsichtlich Ausstattung und Umwelteigenschaften. Für die Mannschaft bringen die Neubauten verbesserte Arbeits- und Lebensbedingungen an Bord. Darüber hinaus werden erhebliche Mittel investiert, um den aktuellen Umweltkriterien gerecht zu werden. „Das ist für uns und den Fischfang an sich ein sehr wichtiger Schritt in die Zukunft“, so Gretarsson.

Foto: Rolls-Royce Trawlers für Samherji Foto: Rolls-Royce
 

Der Deutsche Fischerei-Verband ruft zum Foto-Wettbewerb auf

Unter dem Titel „Nachhaltige Fischerei vereint Mensch und Natur“ veranstaltet der Deutsche Fischerei-Verband einen Natur-Foto-Wettbewerb bei dem das harmonische Miteinander zwischen Mensch und Natur in der Fischerei im Mittelpunkt steht. Teilnehmer können Bilder in drei Kategorien einsenden: 1) Berufsfischer auf See oder im Hafen, 2) Angler am Gewässer oder Binnenfischer, 3) Teichwirt in der Kulturlandschaft. Einsendeschluss ist der 15. August. Die besten Fotos werden im Rahmen einer Wanderausstellung in Museen und Touristenorten an Nord-und Ostsee ausgestellt. Weiterlesen

Nachhaltigkeit verpflichtet

Der Deutsche Hochseefischerei-Verband e.V. macht sich seit Jahren für eine nachhaltige, transparente und regulierte Fischerei stark. Denn ohne Umweltschutz, Sozialverträglichkeit und nachhaltige Befischung können langfristig keine Erträge erzielt werden. Diese drei Säulen der Nachhaltigkeit waren auch „die Richtschnur bei der Neuausrichtung der europäischen Fischereipolitik und beim Bau des neuen Trawlers ROS 777 ‚Mark‘“, so Dr. Uwe Richter an der Taufe des Neubaus. Inzwischen werden bereits 60 Prozent der Gewässer in Nord- und Ostsee nachhaltig befischt. Bemühungen um langfristige Fischerei-Managementpläne, die optimale Nutzung von Fischbeständen und die Erhaltung des Fischereiberufes in Deutschland machen den DHV in Europa zu einem Vorreiter bei der Umsetzung von Fischereiregeln.

Die Kurzbroschüre des DHV illustriert die Aktivitäten und Nachhaltigkeitsbestrebungen der deutschen Hochseefischerei. 

Angela Merkel tauft Hochseetrawler

Mit einer Flasche Champagner hat die Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Vorpommern-Rügen und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel den Fischerei-Trawler ROS 777 „Mark“ am 26. Mai 2015 in Sassnitz getauft. Neben Angela Merkel feierten rund 600 weitere Gäste aus Politik und Fischereibranche die Schiffstaufe.

Die komplett eigenfinanzierte ROS 777 „Mark“ ist der erste Schiffsneubau der deutschen Hochseefischerei seit 1996. „Durch das neue Fangschiff verringern wir den CO₂-Fußabdruck unseres Unternehmens deutlich und machen die Flotte fit für die neuen Fischereiregeln“, so Uwe Richter, Geschäftsführer der Warnemünder Hochseefischerei GmbH. Mit dem Neubau werden zwei alte Trawler außer Dienst gestellt, so dass sich die Gesamtkapazität der deutschen Hochseeflotte nicht ändert. Hauptfanggebiete werden der Nordatlantik und die Gewässer vor Norwegen und Grönland sein. Eine Fischverarbeitungsanlagen und Kühlräume an Bord ermöglichen zudem die direkte Verarbeitung und Lagerung des Fangs an Bord. Bis zu 50 Prozent der Fänge des neuen Trawlers werden das Nachhaltigkeitssiegel MSC tragen. Ein Hospital sorgt zudem für die medizinische Versorgung auf See und eine Sauna sowie ein Fitnessraum für eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung. Weiterlesen

Auf der Website des Deutschen-Fischerei-Verbands finden Sie weitere Informationen zur ROS 777 „Mark“.

Foto: erlesen.TV

Aus dem europäischen Verband

„Fishing for Fairness“

Abkommen zwischen EU und Drittländern schaffen die rechtlichen Rahmenbedingungen nach denen EU-Flotten außerhalb europäischer Gewässer fischen dürfen. Für die afrikanischen Fischer sind diese Fischereiabkommen ein fairer Deal, so Kathryn Stack, Geschäftsführerin von Europêche, dem europäischen Dachverband des DHV. Im Gegenzug für Fangrechte unterstützt die EU ihre Partnerländer bei der Bekämpfung von illegaler Fischerei, wissenschaftlicher Forschung und stellt finanzielle Hilfe für lokale Fischereien bereit. Zudem müssen einheimische Fischer keine Konkurrenz seitens der EU fürchten. Denn EU-Flotten fischen grundsätzlich nicht in Küstennähe und nur aus Beständen, für deren Nutzung lokale Fischer keine Fangkapazitäten haben. Finanzielle Anreize bewegen EU-Fischer außerdem dazu, ihre Fänge in Afrika anzulanden, um vor Ort auch die Fischverarbeitungsbranche zu fördern. Weiterlesen auf ifish.info


They Draw and Cook

Die beiden Geschwister Nate Padavick und Salli Swindell sammeln auf ihrer Webseite theydrawandcook.com wunderschön gezeichnete Rezeptbilder aus aller Welt. Wir stellen Ihnen hier die beliebtesten Fischrezepte vor. Heute gibt es eine herrliche Räuchermakrelen-Pastete.

Räuchermakrelen-Pastete
Illustration von Adam Pekalski , mit freundlicher Genehmigung von They Draw & Cook.


Gesichter der Hochseefischerei

In dieser Rubrik präsentieren wir Ihnen in jeder Ausgabe ein neues Gesicht aus der deutschen Hochseefischerei. Lesen Sie diesmal ein Interview mit Uwe Kloska, Geschäftsführer der ROFIA Kloska GmbH. 

Foto: Rofia-Kloska GmbH

Die ROFIA Kloska GmbH ist einer der weltweit führenden Anbieter für die Konstruktion und Herstellung von Fischereinetzen. Wie hat sich dieses Segment Ihres Geschäfts seit der Übernahme des Unternehmens verändert?

Die ROFIA Kloska GmbH ist aus der Materialwirtschaft des "Fischfang Rostock" entstanden und setzt eine langjährige Tradition bei der Herstellung von Netzen für die Fischereindustrie fort. Seit 2009 gehört das Unternehmen zur Kloska Group. Zurzeit beschäftigen wir 34 Mitarbeiter, davon 15 Netzmacher, die zum Teil noch im Fischkombinat Rostock ausgebildet wurden. 

Für Hochseefischer ist das Netz das wichtigste Arbeitsinstrument. Auch die ROS 777 „Mark“ wurde mit Ihren Netzen ausgestattet. Wie werden solche modernen Netze produziert?

Wir haben für die ROS 777 „Mark“ insgesamt sechzehn Netze und 79 verschiedene Ersatzteile geliefert. Eines dieser Netze, ein Bacalao genanntes Grundschleppnetz, wurde ursprünglich vor 25 Jahren auf den Färöer-Inseln entwickelt. Mit diesem Netz lässt sich sehr gut Kabeljau, Seelachs und Schwarzer Heilbutt fischen.

Die Weiterentwicklung der Netze erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Kapitänen der Hochseefischerei, die mit ihrer langjährigen Erfahrung zur Verbesserung der Netze beigetragen haben. Bei der Herstellung der Netze für die „Mark“ sind insbesondere die Wünsche des Kapitäns Sascha von Staa eingeflossen.

Nachhaltigkeit und Umweltschutz spielen bei der Herstellung von Netzen eine große Rolle. Mit welchen Maßnahmen und technischen Innovationen können Netzhersteller dazu beitragen, Fangmethoden nachhaltiger zu gestalten?

Wir konstruieren unsere Netze selbstverständlich immer unter Beachtung der nationalen und internationalen Vorschriften bezüglich Ringverstärkungslängen und -abstand, Mindestmaschenöffnung und so weiter. Die von Forschungsinstituten vorgeschlagenen Neuentwicklungen werden durch die Fischer in der Praxis ausgetestet und eingesetzt.

Wie sieht die Zukunft der Fischereinetztechnik aus?

Durch einen kontinuierlichen Austausch mit Forschungsinstituten, Trawlerkapitänen und anderen Netzmachern sowie durch die Fachpresse und das Internet treiben wir die Netztechnik voran. Diese Erkenntnisse werden dann bei Neubauten, Änderungen oder auch bei Netzreparaturen berücksichtigt.

Foto: ROFIA Kloska GmbH

Zitat

Sind die großen Fabrikschiffe schuld am Leerfischen der Meere?

„Was die deutsche Hochseeflotte angeht: eindeutig nein. In den EU-Gewässern ist die jährliche Fangmengefür die einzelnen Fischbestände festgelegt und die Fischerei durch detaillierte Kontrollvorschriften umfassend geregelt.“

Bundesfischereiminister Christian Schmidt (CSU) im Interview mit den Lübecker Nachrichten.

Siehe auch die Sektion "Fischerei nachhaltig betreiben" des Agrarpolitischen Berichtes der Bundesregierung 2015.

 
In den Medien 








Claus Ubl, Medienreferent des Deutschen Fischerei-Verbandes, stellt interessante Veröffentlichungen über Nachhaltigkeit und Fischerei vor:

Spiegel Online: EU-Kommission zu Fischbeständen in 2014
„Ein Bericht der EU-Kommission zeigt: Die Fischerei in Nordeuropa wird immer nachhaltiger – im Unterschied zum Mittelmeer, wo 93 Prozent der Bestände überfischt wurden.“

NDR-Nordmagazin: Hochseefischerei bekommt neuen Trawler
„Der NDR war mit einem Filmteam bei der Taufe der ROS 777 „Mark“ dabei und bringt ein Gespräch mit Angela Merkel: ‘Die Fischerei lebt, und das ist für uns eine wichtige Botschaft‘.“

Deutschlandfunk: Leere Geldbeutel trotz voller Netze
„Die Reportage gibt einen guten Überblick über den modernen Fischereiberuf und beschreibt eindrücklich, wie sehr sich das Fischereimanagement in den vergangenen Jahren gewandelt hat.“

Fisch-Ticker: Nachrichten aus dem Netz

Gemeinsame Fischereipolitik: EU verbessert Zugang zu Daten über Fischbestände Weiterlesen

Fischereiabkommen: EU und Liberien einigen sich auf Fischereiabkommen. Weiterlesen

Fischereiforschung: Staatssekretär Kloos zu Gast für Grundsteinlegung zweier Neubauten in Bremerhaven. Weiterlesen

 

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Fotos: Rolls-Royce, erlesen.TV, ROFIA Kloska GmbH

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