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"Der Hochseefischer" ist der kostenlose E-Mail-Newsletter des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes e.V.
Ausgabe 03/15 Der Hochseefischer

Moin, moin!

Von Christian Schmidt (CSU), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft

Ich stehe für eine verantwortungsvolle Fischereipolitik. Wichtig sind mir eine BM Christian Schmidtnachhaltige, naturschonende Ressourcennutzung, der Ausbau der Aquakultur sowie gute Zukunfts- und Einkommensaussichten sowohl in der See- als auch in der Binnenfischerei. Nur so bekommen wir junge Nachwuchskräfte, die diesen schönen Beruf erlernen wollen, und können die Menschen in unserem Land mit frischem und gesundem Fisch versorgen.

Der Kurswechsel hin zu mehr Nachhaltigkeit ist vollzogen: Seit nunmehr 18 Monaten bildet die reformierte Gemeinsame Fischereipolitik die neue politische Grundlage für die Bewirtschaftung der Fischbestände mit dem Ziel eines höchstmöglichen Dauerertrags für alle genutzten Arten. Darauf können wir stolz sein!

Sie wissen, die politischen Beschlüsse sind das eine. Das andere ist die Umsetzung. Diese beschert uns viel Arbeit, Ihnen manchmal Verdruss und sie ist momentan mit reichlich Schwierigkeiten verbunden. Aber schauen wir nach vorn und gestalten wir Zukunft! Meine Mitarbeiter erarbeiten derzeit Lösungen, die allen Beteiligten helfen sollen. Wir dürfen die Wirtschaftlichkeit und die Wertschöpfung der Betroffenen Fischerinnen und Fischer nicht aus den Augen verlieren. Nur wenn Fisch gefangen wird, kann er verkauft und gegessen werden.

In der neuen Gemeinsamen Fischereipolitik bildet die Anlandepflicht ein Kernelement hin zu mehr Nachhaltigkeit. Dazu stehe ich! Ich weiß, für Sie, liebe Fischerinnen und Fischer, ist es die größte Herausforderung. Ich möchte aber hervorheben: Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit haben Sie bereits viel geleistet. Dafür bin ich Ihnen dankbar! In der Ostsee und in der pelagischen Fischerei gilt die Anlandepflicht bereits. Für demersale Arten tritt sie in der Nordsee 2016 in Kraft. Die Anlandepflicht bereitet uns in der Nordsee wegen des Kabeljauwiederaufbauplans gewisse Probleme. Wir erarbeiten derzeit, zusammen mit anderen betroffenen Mitgliedstaaten, praktikable Übergangslösungen.

Insgesamt brauchen wir eine selektivere Fischerei, damit bei kleinen Beifangquoten alle Quoten voll genutzt werden können. Das sichert unter den neuen Vorgaben den Fortbestand der wirtschaftlichen Fischerei.

Dieser Text ist ein Auszug aus der Rede des Bundesministers auf dem Deutschen Fischereitag 2015 in Rostock. Die vollständige Rede finden Sie hier. Es gilt das gesprochene Wort. 

Aus dem Verband

Erstmaliges Einlaufen der ROS 777 "Mark" in Bremerhaven 

Die ROS 777 "Mark", der modernste deutsche Hochseetrawler, ist am 21. September von seiner ersten Fangreise zurückgekehrt und in Bremerhaven eingelaufen. Erst im Mai 2015 hatte die feierliche Taufe des Neubaus in Sassnitz auf Rügen gemeinsam mit Taufpatin Angela Merkel stattgefunden.

Kapitän Sascha von Staa ist zufrieden mit dem Ergebnis der Fangfahrt: "Das Schiff ist voll und die Mannschaft hat etwas geleistet." Der Trawler hat die vergangenen Wochen vor der Ostküste Grönlands und in der Davisstraße gute Fänge an Rotbarsch, Kabeljau und Schwarzen Heilbutt erzielt. Weiterlesen

Rückkehr der "Mark"
Foto: Uwe Richter

Deutscher Fischereitag in Rostock

Vom 25. bis zum 27. August fand der vierte Deutsche Fischereitag seit der Wiedervereinigung in Mecklenburg-Vorpommern statt. Zu den Teilnehmern zählten Bundesminister Christian Schmidt, Staatssekretär Dr. Robert Kloos, Direktor des DG Mare Dr. Bernhard Friess, Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus und der Europaabgeordnete Werner Kuhn.

Bei einer gemeinsamen Sitzung der Deutschen Kutter- und Küstenfischer und des Deutschen Hochseeverbandes wurde unter anderem über die Umsetzung des Rückwurfverbots, die künftige Änderung des Seefischereigesetzes zur Legitimierung der Kameraüberwachung auf See und der Entwurf einer neuen Tiefsee-Verordnung für die Fischerei in europäischen Gewässern diskutiert.

Zum Abschluss des Fischereitages wurde eine Resolution zur Umsetzung der Reform der EU-Fischereipolitik in der Meeresfischerei verabschiedet.

Die Resolution zur Umsetzung der GFP können Sie hier nachlesen.

Resolution zur EU-Fischereipolitik: Neue Anforderungen, alter Ballast

Ein Kommentar von Dr. Uwe Richter, Vorsitzender des Deutschen Hochseefischerei-Verbands

Ein Großteil der deutschen Hochseefischereien bewirtschaften ihre Fischbestände inzwischen nachweislich nachhaltig – das ist ein großer Erfolg der Branche, die sich derzeit in einem umfassenden Modernisierungsprozess befindet.

Seit Anfang des Jahres gilt etwa das Anlandegebot, das die Fischer verpflichtet, alle gefangenen Fische anzulanden, selbst wenn sie nicht verkauft werden dürfen, etwa weil sie zu klein sind. Die Fänge werden auf die zugelassenen Fangquoten der Unternehmen angerechnet. In der Praxis bedeutet dies, dass wir einen höheren Mehraufwand haben, um die gleiche Quote abzufischen.

Die deutsche Hochseefischerei hat sich auf das Anlandegebot eingestellt und erarbeitet bis Ende des Jahres einen Bericht über die praktischen Erfahrungen mit dem neuen Gesetz. Gleichzeitig darf das Anlandegebot nicht vom eigentlichen Ziel der EU-Fischereipolitik ablenken: der nachhaltigen Bewirtschaftung aller Bestände nach den Kriterien des MSY. Es darf nicht zu einem Selbstzweck werden und sollte – wo erforderlich – angepasst werden.

Mit dem Anlandegebot hat die Politik einen starken Anreiz für weitere Anstrengungen bei der selektiven Fischerei gesetzt. Es wird in Zukunft noch wichtiger werden, zielgenau zu fischen und nur den Fisch an Bord zu holen, den wir auch verkaufen können. Trotzdem existieren neben dem Anlandegebot noch eine Vielzahl älterer Regulierungen etwa zur Maschengröße, die vor dem Hintergrund der neuen EU-Fischereipolitik redundant und überflüssig geworden sind. Hier ist die Politik gefragt, alte Regelungen zu hinterfragen und sinnvoll zu streichen.

Sieger des Fotowettbewerbs 

Unter dem Titel "Nachhaltige Fischerei vereint Mensch und Natur" veranstaltete der Deutsche Fischerei-Verband diesen Sommer einen Foto-Wettbewerb. Die Aktion hat viele Menschen in Deutschland und darüber hinaus dazu bewogen, ihre Fotos einzusenden. Die Endauswahl ist den Juroren nicht leicht gefallen.

In der Kategorie "Fischerei – Verantwortungsvolle Nutzung des Meeres" siegte das Bild "Ohne Leitplanken" von Carsten Ulrich. Es zeigt eine malerische, fast idyllische Situation und ist zugleich eine Momentaufnahme aus dem Arbeitsalltag an der vorpommerschen Küste. Alle Bilder verbinden künstlerischen Anspruch mit dokumentarischem Realismus. Sie zeigen, dass Nachhaltigkeit in der deutschen Meeresfischerei schon heute gelebt wird.

Ohne Leitplanken von Carsten Ulrich
Foto: Carsten Ulrich

Alle 21 Bilder der Wanderausstellung finden Sie hier.

Verbandsbroschüre zur Nachhaltigkeit

Seit Januar ist die neue Gemeinsame Fischereipolitik der EU in Kraft. Ziel der Reform ist es, alle Fischbestände Europas nach den Vorgaben des maximalen Dauerertrags (MSY) zu befischen. Hierbei ist Deutschland auf einem guten Weg und orientiert sich dabei an den drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und soziale Nachhaltigkeit.

Die neue Verbandsbroschüre (PDF) des DHV gibt einen umfassenden Einblick in die Arbeit des Verbandes und insbesondere in das Thema der Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Trawler bis zum Teller.


They Draw and Cook

Die beiden Geschwister Nate Padavick und Salli Swindell sammeln auf ihrer Webseite theydrawandcook.com wunderschön gezeichnete Rezeptbilder aus aller Welt. Wir stellen Ihnen hier die beliebtesten Fischrezepte vor. Heute mit einem deftigen Rezept aus Rumänien.


Illustration von Laura Soltuzu, mit freundlicher Genehmigung von They Draw & Cook.


Gesichter der Hochseefischerei

In dieser Rubrik präsentieren wir Ihnen in jeder Ausgabe ein neues Gesicht aus der Hochseefischerei. Lesen Sie diesmal ein Interview mit Martin Pastors, Chief Science Officer bei der Pelagic Freezer-trawler Association (PFA)  

Chief Science Officer Martin Pastoors
Foto: Privat

Worin besteht Ihre Aufgabe als Wissenschaftler in der Fischereiwirtschaft?

Meine Aufgabe besteht darin, die praktischen Erfahrungen und das Wissen der Fischer so zu "übersetzen", dass es uns dabei hilft, das marine Ökosystem besser zu verstehen. An Bord werden viele Daten erhoben: Qualitätsmanager prüfen jede Fischanlandung und die Kapitäne führen Logbuch über Fänge und Fangorte. Meine Aufgabe besteht dann darin, intelligente Methoden zu finden, um diese Informationen für wissenschaftliche Analysen nutzbar zu machen.

Wie tragen diese Informationen zu einem nachhaltigeren Fischereimanagement bei?

Das Management von Fischbeständen basiert auf den Empfehlungen von wissenschaftlichen Einrichtungen wie dem Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) und dem Wirtschaftsausschuss für Fischerei der Europäischen Kommission (STECF). Für manche wirtschaftlich bedeutsamen Fischbestände wie Makrele ist die wissenschaftliche Datenbasis allerdings sehr schwach. Die Fischereien sind dagegen nicht nur sehr gut darin, Markrelen zu finden, sondern sie messen auch einen Großteil der gefangenen Fische. Diese Daten sollten wir viel stärker nutzen, um Hinweise auf die Entwicklung der Fischbestände zu erhalten.

Einige NGOs raten prinzipiell vom Verzehr bestimmter Arten ab. Wie stehen Sie dazu?

Fischereien haben immer einen Einfluss auf das Ökosystem. Unsere Aufgabe ist es, diesen Einfluss so gering wie möglich zu halten und zugleich die Wirtschaftlichkeit des Fischereisektors und die globale Nahrungsmittelsicherheit im Blick zu behalten. Ich glaube nicht, dass es einen absoluten Maßstab für Nachhaltigkeit gibt, der genau vorgibt, was man machen darf und was nicht. Jede Fischerei sollte das eigene Fischereimanagement so nachhaltig wie möglich gestalten. Konkret heißt das, dass in moderne Ausrüstung und Methoden investiert und "best practices" entwickelt und umgesetzt werden müssen.

Die wissenschaftlichen Empfehlungen für Fangquoten variieren zum Teil dramatisch. Woran liegt es, dass sich die Bestände innerhalb kurzer Zeit manchmal scheinbar sprunghaft verändern?

In den letzten 30 bis 40 Jahren hat sich die Art und Weise, Fischbestände zu messen, immer weiter von der Praxis entfernt. Die wissenschaftlichen Empfehlungen basieren in der Regel auf Stichproben anstatt der Alltagserfahrung der Fischer auf See. Wegen der geringen Grundgesamtheit und unterschiedlicher wissenschaftlicher Methoden kann auch bei sorgfältig durchgeführten Stichproben der Eindruck entstehen, dass sich die Fischbestände von Jahr zu Jahr stark verändern – selbst wenn die Fischer auf See davon nichts merken.

Meiner Meinung nach sollte man wissenschaftliche Empfehlungen eher als Richtwerte sehen. Unser Verständnis vom marinen Ökosystem ist noch immer sehr lückenhaft. Wir sollten uns daher stärker darauf konzentrieren, die dynamische Entwicklung von Fischbeständen innerhalb ihres Ökosystems zu verstehen – obwohl wir da noch einen langen Weg vor uns haben.

An welchen Projekten zur Verbesserung des Fischereimanagements arbeiten Sie derzeit?

Unsere aktuellen Schwerpunkte sind verbesserte Informationen über Fangzusammensetzungen, die Nutzung von akustischen Daten zur Bestandsschätzung und eine höhere Selektivität durch bessere Netztechnik sowie eine akustische Erkennung von Fischarten.

In den Medien 








Claus Ubl, Medienreferent des Deutschen Fischerei-Verbandes, stellt interessante Veröffentlichungen über Nachhaltigkeit und Fischerei vor:

Die Welt: Ostsee soll erstes nachhaltig befischtes Meer werden
"Dieser Artikel über den Deutschen Fischereitag in Rostock beschreibt insbesondere die Beifangproblematik sehr gut."

Sächsische Zeitung Online: Fischbestand in Ostsee erholt sich
"Ein lesenswerter Artikel über die Messung der Fischbestände in der Ostsee mit Verweis auf die vom Thünen-Institut gepflegte Internetseite Fischbestände Online, die Verbraucher mit unabhängigen Informationen versorgt."

Deutschlandradio Kultur: Steigender Fischbestand - Kein Segen für die Fischer
"Dieser Beitrag vom Deutschlandradio zeigt, dass die Fischer nicht automatisch mehr Geld in der Tasche haben, wenn es den Fischbeständen gut geht."

Fisch-Ticker: Nachrichten aus dem Netz

Nachhaltigkeit: MSC startet Stiftung für die Unterstützung der nachhaltigen Fischerei in Entwicklungsländern. Weiterlesen

EU: Kommissar Karmenu Vella lobt die Rolle der Fischerei bei der Erhaltung der Fischbestände.Weiterlesen

EU: Finanzierung des Deutschen Fischereiförderprogramms bis 2020 gesichert. Weiterlesen




















































 

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Fotos: Bundesministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Moin, moin!)

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