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"Der Hochseefischer" ist der kostenlose E-Mail-Newsletter des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes e.V.

Moin, moin!

Von Martin Günthner, Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen der Freien Hansestadt Bremen

Im Mai 2014 war der Europäische Tag der Meere in Deutschland zu Gast. Zentrales Thema war, wie es gelingen kann, eine nachhaltige Meerespolitik zu entwickeln. Mit EU-Kommissarin Maria Damanaki und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt war ich mir einig, dass innovative Technologien einen Beitrag leisten können, um die Ressourcen der Ozeane auf umweltschonende Weise zu nutzen. In diesem Zusammenhang spielt natürlich auch die Zukunft der Fischerei eine wichtige Rolle.
 
Die deutsche Tiefseefischerei nahm vor 125 Jahren in Bremerhaven ihren Anfang. Aber längst hat sich der Fischereihafen in Bremerhaven immer stärker von einem klassischen Anlande-Hafen zu einem modernen Verarbeitungszentrum der deutschen Fisch- und Lebensmittelwirtschaft entwickelt. Aktuell sind im Flottenregister der Europäischen Union drei leistungsstarke Fischereifahrzeuge mit Heimathafen Bremerhaven verzeichnet. Die rund 70 Fisch- und Lebensmittel produzierenden Betriebe im Fischereihafen Bremerhaven mit ihren ca. 4.000 Beschäftigten müssen ihren Bedarf an Rohware also in hohem Maße durch die Urproduktion, dem Fischfang, anderer Häfen sichern.

Der Fischereihafen ist Deutschlands wichtigstes Zentrum für Fischverarbeitung mit den Großen der Branche wie Deutsche See, Nordsee und Frosta aber auch zahlreichen Familienbetrieben. Kein Wunder, dass die traditionsreiche „fish international“ auch dieses Jahr wieder über 10.000 Fischhändler und Fachleute nach Bremen lockte. Bremer Forschungseinrichtungen wie das AWI sind vorne dabei, wenn es um neue Konzepte der Aquakultur auch im Zusammenspiel mit Offshore-Windkraftanlagen geht. Das Land Bremen unterstützt die Aktivitäten der Fischwirtschaft gemeinsam mit der Europäischen Union unter anderem durch die Schaffung und den Erhalt moderner wirtschaftlicher Infrastrukturen, die von den Wirtschaftspartnern rege genutzt werden. Von der Urproduktion über die Verarbeitung bis zum Handel: Fisch wird auch künftig ein starker Wirtschaftsbereich im Land.

Die VerbraucherInnen verlangen verstärkt nach Ökosiegeln, die vertrauenswürdig, aber auch verständlich sind. Hier muss es zu einem vernünftigen Ausgleich komme, die auch den Interessen der Branche Rechnung trägt. Ich schließe mich der optimistischen Haltung von Kommissarin Damanaki an, die sagt: „Wenn wir so weitermachen, dann wird 2020 in der EU nur noch nachhaltig gefischt.“

Ich bin überzeugt, dass der Deutsche Hochseefischerei-Verband mit seiner aktiven Unterstützung der EU-Reform in der Fischereipolitik dazu einen wichtigen Beitrag leistet. Gleichzeitig kann Ihr Verband durch seine Expertise und die eingesetzten neuen Technologien maßgeblich zum Wissens- und Technologietransfer in Nicht-EU-Staaten beitragen.

Ich wünsche Ihnen dabei weiterhin viel Erfolg! 
 

Aus dem Verband

"Maartje Theadora" erstmals seit Jahren wieder im Südpazifik

Nach zweijähriger Unterbrechung hat ROS 171 "Maartje Theadora" am 6. Mai 2014 wieder die Fischerei im Südpazifik aufgenommen. Gemeinsam mit dem niederländischen Trawler KA 174 "Annelies Ilena" wird dort die europäische Jack Makrelenquote befischt. Auf der Jahrestagung der South Pacific Regional Fisheries Management Organisation (SPRFMO) im Januar wurden die Fangquoten und technischen Maßnahmen für die Saison 2014 festgelegt und ein Managementplan für den Makrelenbestand diskutiert. Die Fischerei im Südpazifik unterliegt strengen Regularien und Kontrollen seitens der SPRFMO.

Start der Heilbutt- und Rotbarschsaison

Im Rahmen des partnerschaftlichen Fischereiabkommens der EU mit Grönland hat die deutsche Hochseefischerei jährliche Fangrechte für schwarzen Heilbutt, Rotbarsch sowie Kabeljau in grönländischen Gewässern. Die Gesamtquote beträgt in diesem Jahr ca. 11.200 Tonnen und ein Großteil entfällt davon auf Deutschland. Aus wirtschaftlicher Sicht ist es das Grönlandabkommen das Wichtigste für die deutsche Fischerei.

Anfang April haben die vier Schiffe der Doggerbank Seefischerei GmbH und der Deutschen Fischfang Union die Fischerei auf schwarzen Heilbutt und Rotbarsch an der Ostküste Grönlands aufgenommen. Die Rotbarschfischerei war wie in den Vorjahren sehr gut und auch die Fangergebnisse auf schwarzen Heilbutt sind zufriedenstellend. Mitte Juni wird auch die Kabeljaufischerei in grönländischen Gewässern beginnen.

Am 10. Mai fiel auch der Startschuss für die diesjährige pelagische Rotbarschfischerei in NEAFC Gewässern. Auch für diesen durch einen langfristigen Managementplan bewirtschafteten Bestand ist die deutsche Hochseefischerei der Hauptquotenträger in der EU.

Treffen mit Minister Christian Schmidt

Beim Jahrestreffen des Bundesmarktverbandes am 20. März in Berlin, an dem auch der neue Landwirtschaftsminister Christian Schmidt teilnahm, gab es ein erstes Zusammentreffen des neuen Ministers mit Vertretern des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes. Weiterlesen

Bundesminister Schmidt begrüßt Einigung im Makrelenstreit

Der Makrelenstreit mit Norwegen im Nordostatlantik ist nach jahrelangen Verhandlungsrunden und massiven Interessengegensätzen beigelegt. Dazu erklärte Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft: "Wir sind nun auch bei diesem Fischbestand endlich auf dem Weg zu einer dauerhaft nachhaltigen Bewirtschaftung. Das ist für die europäische Fischerei von zentraler Bedeutung." Weiterlesen


They Draw and Cook

Die beiden Geschwister Nate Padavick und Salli Swindell sammeln auf ihrer Webseite theydrawandcook.com wunderschön gezeichnete Rezeptbilder aus aller Welt. Wir stellen Ihnen hier die beliebtesten Fischrezepte vor und starten mit einem Klassiker: "Fish & Chips"! Zum Vergrößern einfach auf das Bild klicken.
 


Illustration von Joeri Janssens, mit freundlicher Genehmigung von They Draw & Cook.


Spezial: Lehrlingsausbildung in der Hochseefischerei

Auch die Betriebe der Hochseefischerei haben zunehmend Nachwuchssorgen. Den Lehrberuf des Hochseefischers oder Vollmatrosen der Hochseefischerei gibt es heute nicht mehr. An der Hochseefischerei interessierte junge Leute lernen heute den Beruf eines Fischwirtes und werden dann während der Praxisausbildung an Bord der Fischereifahrzeuge speziell für die Anforderungen der Hochseefischerei geschult. Eine der renommiertesten Schulen an der deutschen Nord- und Ostseeküste ist die berufliche Schule in Sassnitz/Rügen. Ein erfolgreicher Schulabschluss mit anschließender Fahrenszeit ermöglicht die weitere Ausbildung zum nautischen oder technischen Offizier und Kapitän.

Die Doggerbank Seefischerei GmbH hat 2009 wieder mit der Lehrlingsausbildung begonnen. Leider ist die Zahl der geeigneten Bewerber sehr gering, so dass pro Jahr ein, maximal zwei Lehrlinge die Ausbildung beginnen. Bisher haben sieben Lehrlinge ihre Ausbildung erfolgreich absolviert und arbeiten auf verschiedenen Schiffen des Unternehmens.

Gesichter der Hochseefischerei

In dieser Rubrik präsentieren wir Ihnen in jeder Ausgabe ein neues Gesicht aus der deutschen Hochseefischerei. Lesen Sie diesmal ein Kurzinterview mit Markus Nowak (geb. 1979), der derzeit eine Ausbildung als Fischwirt macht.

Warum haben Sie sich für die Ausbildung zum Fischwirt entschieden?

Die Seefahrt hatte mich schon von Kindheit an fasziniert, dennoch habe ich mich sehr spät für diesen Beruf entschieden. Der Job ist abwechslungsreich und der Abschluss zum Fischwirt bietet weitere Möglichkeiten sich fortzubilden - etwa das Nautische Patent zu erlangen um vielleicht einmal Kapitän zu werden. Dazu kommen ausgezeichnete Verdienstmöglichkeiten.

Wie ist die Ausbildung strukturiert und welche Voraussetzungen benötigt man?

Die Ausbildungszeit beträgt in der Regel 3 Jahre, aber auch hier gibt es Ausnahmen wie zum Beispiel bei mir. Um sich für diesen Beruf zu bewerben, sollte man mindestens einen Hauptschulabschluss nachweisen oder natürlich auch einen höheren Abschluss, wenn man nach der Lehre noch ein Studium absolvieren möchte.

Die theoretische Ausbildung absolviert man in größeren Blöcken an der Berufsschule in Saßnitz. Zu den Fächern zählen zum Beispiel Netzkunde, Fischbiologie, Nautik, Motorenkunde, Englisch.

Die Praktische Ausbildung erfolgt natürlich an Bord unserer Schiffe. Dort versucht man, den Azubi durch jeden Aufgabenbereich laufen zu lassen: in der Verarbeitung, auf der Brücke und an der Maschine.

Was hat Sie während Ihrer Ausbildung am meisten beeindruckt?

Mich persönlich hat am meisten beeindruckt, dass wir so international unterwegs sind. Island, Grönland oder auch die Filetreisen in der Barentssee waren sehr interessant. Und wenn man den alten Hasen an Bord über die Schulter schaut, ist es schon ziemlich erstaunlich, welche Erfahrung die Leute haben und wie schnell sie Probleme lösen.

Haben Sie ein Rezept gegen Seekrankheit?

Das ist eine gute Frage. Ich bin Gott sei Dank noch nie seekrank geworden. Aber ich hatte Kollegen an Bord, die wirklich schwer seekrank waren. Mein persönlicher Tipp ist: viel Trinken und nicht in der Koje bleiben. Man sollte versuchen, zu arbeiten um den Kopf frei zu bekommen und sich selber von der Übelkeit abzulenken. Dann bekommt man die Seekrankheit schnell in den Griff.

Foto: Privat

Veranstaltungen

12. Juni: Start der "Tour de Matjes" (Bremen)

17. September: Bremerhavener Fischessen (Berlin)

Illustration mit freundlicher Genehmigung von They Draw and Cook

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