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Aufbau Haus Newsletter, September 2018

Aufbau Haus im September

Weiter geht's. Die Ferien sind zu Ende, die Tage werden schon wieder kürzer – und die gesellschaftliche Lage erfordert eine deutliche Positionierung. Jede Menge Denk- und vielleicht auch Tat-Anstöße bekommen Sie im Aufbau Haus im September.

Das tak Theater Aufbau Kreuzberg eröffnet die Spielzeit mit einer Medea-Adaptation, Medea Rromnja. Das internationale Künstlerteam eignet sich den Mythos an, um ein wirkmächtiges Selbstbild zu erschaffen, das nicht nur (womöglich unbewusste) Vorurteile offenlegt, sondern auch Angehörigen von Rroma-Communities Ansatzpunkte liefert, einen selbstbewussten Umgang mit der eigenen Geschichte, Kultur und Tradition einzuüben: Wir sind Medea. Wir Rroma stehen an den Rändern der Städte und werden bespuckt. Vor uns unsere Kinder, von Euch genannt Aussatz. Ihr nennt Euch das Volk und uns Barbaren. Wir sind Medea. Die Frau auf dem Scheiterhaufen. Die Gesteinigte. Ein Zelt, Puppen, Glitzerkitsch, Blut, Bizet, Kusturica und Django Reinhardt. Drei Frauen. Dreimal Medea. Und ein Jugendchor. Wer tötet wen? Don't tell us who we are! Premiere ist am 08.09. um 20:00 Uhr im tak Theater Aufbau Kreuzberg, schon an dieser Stelle ein dickes toi, toi, toi!

Sowohl inhaltlich als auch personell eng verwoben ist das Medea-Projekt mit der kommenden Ausstellung der Galerie Kai Dikhas The Artists at Risk (AR) Pavilion Berlin: mutatis mutandis @Kai Dikhas, die ebenfalls am 08.09. Vernissage feiert, bereits um 18:00 Uhr. Artists at Risk (AR) ist eine transnationale Institution, die seit 2013 an der Schnittstelle von Menschenrechten und den Künsten tätig ist. Die Ausstellung präsentiert Künstler_innen, die aufgrund ihrer künstlerischen Arbeit verfolgt werden bzw. mit dem AR-Residenz-Programm arbeiten. AR-Residenten sind gesellschaftlich hoch engagierte Kunstschaffende, die die Situation in ihren oft von Unterdrückung oder Krieg bedrohten oder sogar gezeichneten Herkunftsländern kritisch ins Auge fassen. Sie schaffen eine Kunst, der eine besondere transformatorische Kraft innewohnt.

Nicht in der weiten Welt, sondern in der direkten Nachbarschaft verortet ist der Bildband Stadt Mitte Berlin - Eine Zeitreise vom Halleschen Tor bis zum Spreebogen, erschienen bei Edition Braus. Im Gespräch mit Sven Felix Kellerhof von der WELT stellt Dieter Kramer sein Buch am 15.09. um 19:00 Uhr in der Buchhandlung Moritzplatz vor. Mit über 1.000 Abbildungen und kenntnisreichen Kurztexten zur Berliner Stadtgeschichte spannt der Fotograf und Autor einen Bogen vom 18. Jahrhundert bis heute. Die schier unglaubliche Materialfülle bietet Alt- und Neu-Berlinern viel zu entdecken: „Da kann einem schon schwindelig werden: diese Flut der Bilder (…) – so ein schlaues Buch mit vor allem bunten Fotostrecken von Aufstieg, Untergang und Wiedergeburt Berlins hat man lange nicht in der Hand gehabt.“ (Der Tagesspiegel, 11.01.2018)

Seit der Eröffnung gibt es im Aufbau Haus einen Laden mit ausschließlich nachhaltig und in Deutschland produzierten Möbeln und schönen Dingen von WERKHAUS. Anlässlich der Berlin Design Week zeigt WERKHAUS vom 20. bis 27.09. neue Entwicklungen aus der Kooperation mit der gemeinnützigen Organisation Goldeimer, allen voran das Klo to go, eine Trockentoilette, die völlig ohne Wasser auskommt. Flach gepackt, ratzfatz zusammengesteckt, der perfekte Reisebegleiter, immer einsatzbereit an jedem Ort der Welt. Die Designer werden während der Ausstellung vor Ort sein, um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und ein Zeichen zu setzen – für Nachhaltigkeit und für die Idee „Alle für Klos! Klos für alle“.

Gleich ein paar Türen weiter können Sie dann am 29.09. um 19:00 Uhr den Monat noch einmal künstlerisch ausklingen lassen. In der IMAGO Camera zeigt die Künstlerin und Betreiberin Susanna Kraus den Porträtzyklus Die eigene Haut als Spiegel des Ichs. Kraus setzt Persönlichkeiten der Berliner Tattoo-Szene dem Kräftespiel zwischen den künstlerisch-ästhetischen sowie formalen Vorgaben der IMAGO Camera und der Sicht auf sich selbst aus. Der tätowierte Körper wird dabei zur Kunstzone deklariert. Wer sich „beschriftet“, teilt sich als Skulptur und Bildhauer_in mit. Ergänzend durch die Inszenierung und die besondere fotografische Abbildung entsteht ein Gesamtkunstwerk – umgesetzt in schwarz/weiß, analog und mit einem einzigen Bild.


Gar nicht so schlimm, dass der Sommer zu Ende geht, oder?!
Auf bald – im Aufbau Haus,
Bianca Janssen

 

Ferienimpression. Blick vom Fernsehturm auf das Aufbau Haus © Reno Engel

Foto: Plakat Medea Rromnja

Medea Rromnja © tak

Foto: Delaine LeBas malt

Delaine Le Bas gestaltet das Bühnenbild für Medea Rromnja © Moritz Pankok

Foto: tanzender Mann auf einem Platz

Issa Touma. Dancing with the Big Father / Artists at Risk © Issa Touma

Buchcover

Dieter Kramer. Stadt Mitte Berlin © Edition Braus

Foto: Mann auf mobiler Toilette vor Panorama

Klo to go © WERKHAUS/Jessica Zumpfe

Foto: tätowierter Mann

Bastian (Ausschnitt) © IMAGO/Susanna Kraus

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