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3. Ausgabe, September 2021

Thema dieser Ausgabe:

Übergänge Schule - Beruf

Editorial

Liebe Leser:innen,

wir alle kennen die kleinen und großen Übergänge im Leben. Sei es der Jobwechsel, ein Umzug oder der Antritt der Elternzeit. Hermann Hesse hinterließ uns die Erkenntnis, dass jedem Anfang ein Zauber innewohnt. Für nicht wenige in unserer Gesellschaft sind Neuanfänge und Übergänge jedoch eher tragische Bruchstellen denn zauberhafte Momente.
 
Zu viele benachteiligte Jugendliche erleben das, was der Soziologe Robert K. Merton in den 60er-Jahren als „Matthäus-Effekt“ beschrieben hat: Erfahrung von Erfolg bedingt weiteren Erfolg. Wer hingegen mit Ballast in den bildungsbiographischen Marathon gestartet ist, erlebt zumeist das Erwartbare: Man wird abgehängt. An den Übergängen zeigt sich das dann besonders. Das sind die kleinen Sprint-Etappen, bei denen die schwierigen Startbedingungen dazu führen, dass die Kluft nur noch dramatischer wird, weil die Ressourcen fehlen.
 
Dieser divide wird auf verschiedenen Ebenen sichtbar. Da ist einerseits die grundsätzliche Herausforderung, Jugendliche mit geringem sozioökonomischem Kapital so zu empowern, dass der Übergang klappt. Hier ist weiterhin viel Kreativität gefragt, Jugendliche umfassend über ihre Chancen und Möglichkeiten aufzuklären, sie durch individuelle Begleitung zu motivieren und sie zu ermächtigen, ihre berufliche Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen.

Da ist aber auch die Covid-19-Pandemie, die das Lauftempo der Digitalisierung nochmals erhöht hat und so die digitale Spaltung befeuert (lesen Sie dazu die letzte Ausgabe des Brückensteine-Newsletters zur Digitalisierung). Verena Pausder schrieb dazu kürzlich in der WELT: „65 Prozent aller
 
 
heutigen Grundschulkinder werden später in Jobs arbeiten, die wir jetzt noch nicht kennen. Wir wissen also noch nicht, welche Fachexpertisen sie genau morgen brauchen.“ Als Brückensteine stehen wir hier vor der Herausforderung, die Übergänge der Careleaver in eine Berufswelt hinein zu begleiten, die sich selbst in gravierendem Ausmaß verändert.

Wir bei Zeig, was du kannst! sehen unsere neue App als wichtigen Entwicklungsschritt, diese Begleitung in Ausbildung und Beruf in Zukunft noch besser umzusetzen. Wir stellen Ihnen die App in dieser Ausgabe vor. Im Interview mit Christin Juris können Sie zudem vom Übergangscoaching für Careleaver im Kyffhäuserkreis lesen. 
 
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen und Entdecken!

Robert Kühltau, Referent Schülerförderung, bei der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) gGmbH

Bild: Robert Kühltau, Projektleitung Zeig, was du kannst!
 

Neues aus den Medien

Belastungen von Kindern, Jugendlichen und Eltern in der Corona-Pandemie
„Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Kita- und Schulschließungen hatten weitreichende Auswirkungen auf Bildung, Gesundheit, Lebensqualität und Zukunftsperspektiven von Familien. Die Folgen untersucht eine neue BiB-Studie.“

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Den Übergang Schule-Beruf während Corona erleben
„Jugendliche blicken vor dem Hintergrund von Corona wenig optimistisch auf ihre Ausbildungsperspektiven – dies ist ein Ergebnis der zweiten repräsentativen Befragung von jungen Menschen durch die Bertelsmann Stiftung seit Beginn der Pandemie. Clemens Wieland, Mit-Autor der Studie, gibt in seinem Gastbeitrag einen Überblick, welchen Einfluss die Corona-Entwicklungen auf die Berufswahl-entscheidungen junger Menschen haben, wie sich die Jugendlichen von der Politik gesehen
fühlen und wie sie das Beratungs- und Informationsangebot zur Berufswahl beurteilen.“

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#AusbildungSTARTEN
Im „Sommer der Berufsbildung“ (#AusbildungSTARTEN) wollen die Partner der „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ von Juni bis Oktober 2021 bei jungen Menschen und Betrieben für das Erfolgsmodell der dualen beruflichen Ausbildung werben. Mit insgesamt acht Themenaktionstagen und einer breiten Auswahl an Veranstaltungen auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene sollen die vielfältigen Unterstützungsangebote bekannter gemacht und ausbildungsinteressierte Jugendliche und Betriebe zusammengebracht werden. Das gemeinsame Ziel ist, dass möglichst viele junge Menschen im Jahr 2021 ihre Berufsausbildung beginnen.

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Mit der App zum Traumberuf

Bei der Begleitung von Schüler:innen des Hauptschulzweigs auf dem Weg in die Ausbildung setzt Zeig, was du kannst! weiterhin auf die Chancen der Digitalisierung. Zusätzlich zum bestehenden Förderprogramm ermöglicht die neue Zeig, was du kannst!-App den Einsatz von digitalen Lehr- und Lernformaten – um noch individueller und vielfältiger zu fördern.

Die an Zeig, was du kannst! teilnehmenden Jugendlichen können nun unter anderem auf digitale Lernmodule mit Videos, konkreten Aufgabenstellungen und Arbeitsblättern zu wichtigen Themen einer gelingenden Berufsorientierung zugreifen. Auch Videointerviews zu Ausbildungsberufen sowie Kompetenzchecks und Berufsfeldtests sind Teile der App. Auf diese Weise können
die Coach:innen von Zeig, was du kannst! mit den Jugendlichen passende berufliche Wege noch konkreter besprechen und planen. Die meisten Bereiche der App sind auch für Interessierte, die nicht an Zeig, was du kannst! teilnehmen, frei verfügbar und vor allem für Jugendliche spannend, die sich gerade Gedanken über ihre berufliche Zukunft machen und auf der Suche nach Informationen und Unterstützung sind.

Mehr Details zur App sowie die Links zum Download gibt es hier.

Das Programm Zeig, was du kannst! wurde 2007 von der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) ins Leben gerufen und ist am Standort Leipzig Brückensteinpartner.

Interview mit Christin Juris
(Brückenstein: Übergangscoaching für Careleaver
im Kyffhäuserkreis)

Christin Juris ist seit November 2019 Integrationsbegleiterin im Projekt „Übergangscoaching für Careleaver im Kyffhäuserkreis“ des Jugendberufshilfe Thüringen e. V. Im Interview gibt sie einen Einblick in die Arbeit mit Careleavern, spricht über Herausforderungen und die Besonder-heiten ihrer Arbeit.

Hallo Christin, wie würdest du die Arbeit des Jugendberufshilfe Thüringen e. V. beschreiben?
Unser großes Ziel ist die Optimierung der beruflichen Integration benachteiligter Jugendlicher. Dies geschieht über eine systematische Vernetzung von Angeboten der Kommunen, die Förderung der Leistungsfähigkeit und Angebotsvielfalt freier Träger sowie über Innovationsförderung und Qualitätsentwicklung im Praxisfeld.

Ihr bietet ein Übergangs-Coaching für Careleaver an, welche Aspekte sind dabei besonders wichtig?
Bei unserem Projekt „Übergangscoaching für Careleaver im Kyffhäuserkreis“ geht es hauptsächlich um die Einzelfallbegleitung, das unterscheidet uns von anderen Projekten. Wir werden nicht erst am Ende der Jugendhilfe aktiv, sondern schon weitaus früher, um den Übergang von der Jugendhilfe zur Eigenständigkeit besser zu begleiten. Besonders wichtig ist uns dabei die Förderung sozialer sowie beruflicher Chancengerechtigkeit.


Bei ca. 80 Prozent der von uns begleiteten jungen Menschen geht es in der Beratung um die individuell passende Berufswahl, um geeignete Bildungswege, aber auch um Möglichkeiten der Erwerbstätigkeit, Selbstver-wirklichung und finanziellen Unabhängigkeit. Neben der individuellen, sozialen Situation beeinflusst in etwa 70 Prozent der Fälle ein niedriger oder nicht vorhandener Schulabschluss die berufliche Entwicklung. Wir erarbeiten mit den Careleavern unter anderem Bildungsperspektiven, unterstützen den Bewerbungsprozess und schaffen Zugang zu möglichen Unterstützungsangeboten. Hierzu zählt häufig auch die Klärung von Finanzierungsfragen sowie der Zuständigkeit von Leistungsträgern am Übergang oder während der Berufs-ausbildung.

Bild: Christin Juris
Hier geht's zum ganzen Interview

Projektvorstellung: Zeig, was du kannst!

Als Brückensteinpartner unterstützt die Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) in dem Projekt Zeig, was du kannst! Careleaver aus Leipzig am Übergang Schule-Ausbildung, die etwas in ihrem Leben erreichen möchten, aber auf dem Weg zu einem Berufsabschluss noch großen Unterstützungsbedarf haben.

Zeig, was du kannst! fördert Schüler:innen des Hauptschulzweigs über drei Jahre hinweg. Das Programm setzt im vorletzten Schuljahr an und begleitet die Jugendlichen bis zum ersten Jahr nach dem Wechsel in die Ausbildung oder auf die weiterführende Schule. Regelmäßiges individuelles Coaching sowie praxisorientierte Workshops in Unternehmen (Future Camps) bereiten die Jugendlichen optimal auf den Einstieg ins Berufsleben vor. Neben Bewerbungstrainings und vereinfachten Assessment-Centern sind Betriebserkundungen ein fester Bestandteil der Förderung. Zusätzlich ermöglicht die Zeig, was du kannst!-App den Einsatz von digitalen Lehr- und Lernformaten – um noch individueller und vielfältiger zu fördern.
Mit seinem integrierten Förderansatz richtet sich das Programm an einigen Standorten an Jugendliche mit Flucht- und Migrations-hintergrund sowie an Jugendliche, die einen Teil ihres Lebens in Einrichtungen der stationären Kinder- und Jugendhilfe oder Pflegefamilien verbracht haben. Beide Zielgruppen weisen einen besonderen Unterstützungsbedarf bei ihrem Weg in die Berufswelt und Eigenständigkeit auf.

Zeig, was du kannst! wurde 2007 von der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) ins Leben gerufen. Aktuell fördert das Programm über 420 Jugendliche an 10 Standorten. In den letzten Jahren haben bereits mehr als 1.300 junge Menschen von Zeig, was du kannst! profitiert. Über 85 Prozent der Teilnehmenden schaffen den direkten Übergang in die Berufsausbildung oder auf die weiterführende Schule. Die positive Wirkung belegt auch eine Studie des Deutschen Jugendinstituts, die das Programm in seiner Modellphase evaluiert hat. Mehr zu Zeig, was du kannst! gibt es hier.

Stipendienworkshops für Studierende und studieninteressierte Careleaver

Speziell für Careleaver, die sich für ein Studium interessieren oder schon mittendrin sind, bietet die Stipendienberatung der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) in Zusammenarbeit mit der Initiative Brückensteine Careleaver am 22. September 2021 um 18:00 Uhr eine kostenfreie Infoveranstaltung zu Stipendien an.

Mit vielen Einblicken in unsere Datenbank aus über 2.500 verschiedenen Stipendien-programmen werden wir euch einzelne Möglichkeiten vorstellen und wollen die Legende von Stipendien als „Elitenförderung“ gemeinsam entkräften. Wir gehen auf Auswahlkriterien und Bewerbungsprozesse ein und stellen auch Stipendien vor, die aus der Reihe tanzen.

Denn Stipendien hängen nicht von der sozialen Herkunft ab! Auch Personen mit bislang wenig in Stipendien vertretenen Biografien und schwierigeren Start-bedingungen haben gute Chancen, sich das Studium mit Stipendien finanziell zu erleichtern.

Zusätzlich zu der allgemeinen Online-Infoveranstaltung am 22. September widmen wir uns in einem Follow-Up-Workshop dann komplett euren Fragen und konkreten Interessensschwerpunkten. Wir schauen gemeinsam, wie eine gute Bewerbung aussieht, zeigen euch Praxisbeispiele
erfolgreicher Stipendiat:innen und geben euch Tipps und Tricks für eure eigene Bewerbung. Der Termin für den Workshop wird in der Infoveranstaltung am 22. September bekannt gegeben.

Über diesen Link könnt ihr euch am 22. September 2021 um 18:00 Uhr direkt in das Zoom-Meeting für die Online-Infover-anstaltung einwählen:
https://us02web.zoom.us/j/84370979907?pwd=T2hvanlrV3BrUHFRYjhlcVNOR1pjdz09
Meeting-ID: 843 7097 9907
Kenncode: 925834


Alle Informationen sind auch hier nochmal zusammengefasst.

Wer an der Infoveranstaltung oder dem Workshop interessiert ist, aber am 22. September keine Zeit hat, kann eine kurze E-Mail an c.lehmann@sdw.org schreiben, dann informieren wir euch direkt über kommende Termine.

Die Stipendienberatung der sdw, die beide Workshops organisiert, ist ein kostenfreier und unabhängiger Beratungsservice für Schüler:innen, Studierende und Studieninteressierte. Das Angebot wird gefördert von der aim – Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn-Franken und dem Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds.

Brückensteine Careleaver Sommerfestival 2021





























Unser Sommerhighlight – Das erste Brückensteine Careleaver Festival 2021

Wir sind noch immer ganz inspiriert und auch stolz, dass wir das erste Brückensteine Careleaver Sommerfestival 2021 umgesetzt haben und von Careleavern so viel positive Resonanz erhalten haben.

Es ist so viel entstanden: Gemeinschaftsgefühl, Austausch, Zusammenhalt, Ideen, konkrete Inhalte, wie Fotos, Videos, Workshop Ergebnisse und Beiträge.

Das Festival war ein voller Erfolg. Insgesamt 33 Careleaver, die über die Brückensteinprojekte in die Förderinitiative involviert sind, kamen nach Berlin und verbrachten gemeinsame Tage auf dem Gelände der Kreuzberger Kinderstiftung. Neben gemeinsamem Spaß haben und Community Building standen unter anderem drei Workshops auf dem Programm: Careleaver entwickeln Fragen und Forderungen an die Politik zum Superwahljahr 2021. Eine Gruppe adaptierte die International Careleavers Declaration für den deutschsprachigen Raum. In einem dritten Workshop wurden mittels der Methode des Design Thinking von Careleavern Prototypen entwickelt, wie Leaving Care und Digitales, wie z. B. die Plattform Cariboo sichtbarer für Care Receiver:innen gemacht werden kann.

Hier finden Sie Eindrücke und Ergebnisse des Brückensteine Careleaver Sommerfestival 2021: 

Website
Social Media
  • Auf dem Brückensteine-Insta-Kanal haben wir die Videoreihe „Careleaver-Forderungen“ veröffentlicht
  • Wenn Sie Lust haben, suchen Sie bei Instagram nach den Hashtags: #YouDontCareEnough #CareleaverSommerfestival #CareAboutCareleaver Hier finden Sie eine TikTok/Reel und es wurde auch schon von anderen Careleavern genutzt. Hier entlang.

Neues von den Brückensteinen

AWAKE

Wir starten in den ersten Jahrgang! 17 Careleaver:innen zwischen 18 und 27 Jahren haben sich für das Brückensteine Engagementjahr beworben. Nach den Kennenlerngesprächen mit der Jury warten die Fellows der Startkohorte auf ihre Teilnahmebestätigung. Mit dem Projekt wollen wir Careleaver:innen ermöglichen, Sichtbarkeit zu schaffen und sie dazu befähigen, als Botschafter:innen ihrer Anliegen zu wirken, indem sie gemeinsam eigene Projektideen umsetzen. Am 8.-10. Oktober geht’s los und alle Fellows lernen sich im Social Impact Lab Leipzig kennen. 

Weitere Informationen zu unserem Projekt finden Sie hier.
 
Kompetenzzentrum Pflegekinder e. V.

Wir laden Pflegekinder ab 16 Jahren vom 01. bis 03. Oktober 2021 nach Berlin ein. Gemeinsam bearbeiten wir offene Fragen rund ums Careleaving und das Erwachsenwerden, ermöglichen Vernetzung unter den Pflegekindern und verbringen ein schönes Wochenende in der Hauptstadt – mit dem Ziel, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu stärken und sie möglichst gut auf den Übergang in die Selbstständigkeit vorzubereiten. Für dieses Seminar gibt es aktuell noch freie Plätze. Kontakt:
fiona.grasmann@kompetenzzentrum-pflegekinder.de.
Careleaver* Kollektiv Leipzig

Der Sommer gestaltete sich für Careleaver:innen und Mitarbeiter:innen sehr vielseitig. Nachdem im Juli der Auftakt für das Careleaver:innen Haus mit knapp 30 Gästen aus Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft erfolgreich über die Bühne ging, feierten wir Mitte August nach langer Zeit unser Sommerfest. Careleaver:innen und ehrenamtliche Unterstützer:innen genossen bei sommerlichen Getränken und leckerem Essen die entspannte Stimmung.

Neben zahlreichen Gesprächen, gaben Bingo, Careleaver:innen Kollektiv Leipzig-Kreuzworträtsel und eine Foto-Booth-Ecke Anlass, spaßige Momente zu erleben. Nach 2,5 Jahren war dies ein gelungener Moment, sich für alle kleinen und großen Erfolge, die das Projekt bisher erreicht hat, zu bedanken. Während dann so langsam die Urlaubszeit anbrach, wurden einige Careleaver:innen nochmal richtig aktiv: Ende August übergaben sie Petra Köpping, der sächsischen Staatsministerin für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt, ihre politischen Forderungen. Gemeinsam mit Nadja Sthamer, Leipziger SPD-Bundestagskandidatin, machte sich Frau Köpping ein Bild von der Projektarbeit vor Ort und tauschte sich mit Careleaver:innen zur aktuellen Situation aus, um wichtige Anregungen mitzunehmen.
 


Nun kündigt sich bereits der Herbst an und bringt neue Pläne mit sich. Im Oktober wird ein Beteiligungsworkshop zum Careleaver:innen Haus stattfinden. Careleaver:innen sind eingeladen, ihre Wünsche und Erwartungen an ein integratives, sozio-kulturelles Wohnprojekt für Careleaver:innen in Leipzig einzubringen und die bisherigen Ideen zu bewerten. Anmeldungen sind hierfür noch bis Anfang Oktober möglich.


Bild: Nadja Sthamer, Leipziger SPD-Bundestagsabgeordnete, Careleaver:innen und Mitarbeitende des Careleaver* Kollektiv gemeinsam mit der sächsischen Staatsministerin Petra Köpping (v. l. n. r).
Toolbox Leaving Care

Der „Werkzeugkasten für Careleaver:innen“ geht in die Hauptphase!

Wer könnte besser wissen, was Careleaver:innen im Übergang hilft, als sie selbst und ihre Begleiter:innen? Damit Careleaver:innen und ihre Betreuer:innen im Übergang aus stationären Erziehungshilfen hinein in die Selbständigkeit, das Rad nicht immer neu erfinden müssen, soll die Toolbox Leaving Care Handlungshilfen und gemeinsam erarbeitete Instrumente zu den verschiedenen Themen der Verselbst-ständigung anbieten.

Gemeinsam mit angehenden Care-leaver:innen und den Fachkräften aus den Jugend- und Erziehungshilfen der AWO Braunschweig konnten wir Mitte Juli gemeinsam den Entwicklungsprozess der Toolbox starten. Wir sind dabei, die wichtigen Anregungen und Ideen der Jugendlichen und der Fachkräfte für unseren nächsten Entwicklungsschritt nachzubereiten und freuen uns auf den nächsten Workshop im Oktober!
 
Careleaver Weltweit

Die ersten Stipendiat:innen dieses Jahrgangs sind nach Spanien, Frankreich, England und in die Niederlande aufgebrochen! Zwei Carereceiver:innen konnten im Sommer mit dem CLWW-Stipendium an einer zweiwöchigen Jugendbegegnung in Frankreich teilnehmen. Für die restlichen Stipendiat:innen beginnt das Abenteuer Ausland in den nächsten Wochen.

Alle sind voller Vorfreude und ein wenig aufgeregt, wie wir beim Vorbereitungs-wochenende (endlich wieder in Präsenz!) im Juni erleben konnten. Ende September kommen die Rückkehrer:innen des letzten Jahrgangs mit ihren Mentor:innen zu uns nach Berlin, um die Erlebnisse im Ausland zu reflektieren. Wir freuen uns aufs Wiedersehen!

Careleaver:innen, die interessiert sind, Auslandserfahrungen zu sammeln, sind herzlich dazu aufgerufen, sich jederzeit bei uns zu melden. Weitere Informationen gibt es hier.

 


Kooperative Careleaver Seminarreihe der Thüringer Projekte CLZT und ÜCO abgeschlossen

An drei Wochenenden im Sommer trafen sich 13 Careleaver:innen aus verschieden Regionen Thüringens, berichteten von Erfahrungen, Erlebnissen, Erfolgsgeschichten, aber auch ganz persönlichen Ängsten und Sorgen. Im Mittelpunkt standen die Themen Eigenständigkeit, Wohnen, Finanzen, aber auch Gesellschaft und Beteiligung. Es gab Tipps und Infos für den Übergang und das „Leben nach der Jugendhilfe“, zur bundesweit aktiven Careleavercommunity und zu Möglichkeiten der aktiven Beteiligung. Memes und Flipits zum Thema Careleaver wurden gestaltet.
 
Ihre „Ziele im Leben“ erarbeiteten die Careleaver mit der Glückswurf-Methode anhand persönlicher Stärkenprofile und Wünsche. Teile des „Trainingsprogramms Wohnführerschein“ wurden angeboten. Neben Einheiten zum Mietrecht und zur Wohnungsbewerbung konnten sich alle ganz praktisch beim Bohren, Stromzähler ablesen, Waschmaschine anschließen oder Lampe anbringen ausprobieren.

Das klingt nach harter Arbeit, aber beim Outdoor Escapegame, im Affenwald, in der Erlebnishalle beim Bowling, am Lagerfeuer und beim gemeinsamen Essen, Grillen und Chillen blieb viel Zeit und Raum für Spiel, Spaß und Miteinandersein. Auch ein Radio- und ein Comic-Workshop sorgten für kreative Abwechslung, Gruppenfindung und Vernetzung.

Mit wertvollen Erfahrungen, stärkendem Wissen und neuen Freundschaften ging die Seminarreihe im September zu Ende. Ein großes Dankeschön an alle Careleaver, die dabei waren und an all diejenigen, die uns unterstützt haben! Diese Eindrücke von der Careleaver-Workshop-Reihe 2021 lassen wir einfach mal so stehen und freuen uns auf kommende Workshop-Wochenenden mit tollen jungen Menschen!

„Mehr zur Careleaver Seminarreihe erfahren Sie hier.
Zeig, was du kannst!

Neue Standortbetreuerin für Leipzig

Am 01. September haben wir Sharon Rösner als neue Kollegin im Team von Zeig, was du kannst! begrüßt. Sharon ist Referentin und ab sofort Ansprechperson für den Standort Leipzig.

Sharon ist studierte Ethnologin und hat bei einer gemeinnützigen Bildungsorganisation gearbeitet, wo sie vor allem in den Bereichen Zukunfts- und Berufsorientierung Schüler:innen in Berlin auf ihre Zeit nach der Schule vorbereitete. Nebenbei arbeitete sie als Projektleitung für den Aufbau des Programmbereichs „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ und leitete Bildungsangebote im Bereich der Demokratiebildung.

In ihrer Freizeit geht es meistens mit Skateboard unter den Füßen durch diverse Parks und Flächen in Berlin.

„Vor allem freue ich mich bei der kommenden Zusammenarbeit auf die Möglichkeit, Potentiale zu entfalten und jungen Menschen die Chance zu geben, ihr Leben eigenverantwortlich und selbstbewusst zu gestalten!“
Neues Team-Mitglied in der Koordinierungsstelle Brückensteine

Seit 01. September ist Marielena Witthöft Teil des Brückensteine-Teams. Sie wird den Bereich Öffentlichkeitsarbeit übernehmen und sich vor allem um die Bespielung der Social Media Kanäle kümmern sowie die Pflege der Website. Derzeit studiert Marielena Politikwissenschaften im Master and der Universität Potsdam. Zuvor hat Marielena im Bereich Public Affairs sowie in der Kommunikation für zivilgesellschaftliche Stiftungen gearbeitet. Ihre Freizeit verbringt sie gerne in der Natur, im Yogastudio und auf Konzerten.

„Ich freue mich sehr, Teil dieses tollen, sinnstiftenden Projektes zu sein und blicke motiviert auf zukünftige Zusammenarbeit mit allen Partnern."
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Die Initiative Brückensteine Careleaver wird von Social Impact gGmbH koordiniert.

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