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3. Ausgabe, September 2020

Thema dieser Ausgabe:

Lokal oder Global?

Ein internationaler Blick aufs Themenfeld


In eigener Sache:
Wir sind sehr happy über und stolz auf die Verlängerung von einem und den Start von zwei neuen Brückensteinprojekten. Für den Aufbau eines Careleaver Fellowship-Programms und die Entwicklung einer Toolbox Leaving Care suchen wir Mitstreiter*innen, die mit uns durchstarten wollen.
Hier geht's zu den Stellenausschreibungen

Editorial

Ein internationaler Blick aufs Themenfeld


Die konkrete Situation, in der Careleaver sich befinden, hat häufig etwas mit ihrem direkten Umfeld zu tun: wie sind die Betreuer*innen in der Einrichtung? Wie arbeitet der Träger? Und wie verhält sich das Jugendamt? Unterstützungsangebote sind daher oft auf den lokalen Kontext zugeschnitten und setzen direkt dort an, wo der Schuh drückt.

Gleichzeitig sind die Herausforderungen, denen sich Careleaver stellen müssen, überall auf der Welt mehr oder weniger die gleichen. Es lohnt sich deshalb, einmal rauszuzoomen und anzuerkennen, dass es sich letztendlich um eine globale Herausforderung handelt. Wir können viel voneinander lernen und uns inspirieren lassen.

Wir lernen in dieser Ausgabe "The Fed“ aus Kanada kennen, die vor 27 Jahren von Careleavern gegründet wurden und mit am Tisch sitzen, wenn Careleaver-relevante Themen in British Columbia auf der Tagesordnung stehen.
Es gibt auf der ganzen Welt Initiativen und Organisationen, die Careleaver beim Übergang ins eigenständige Leben unterstützen und sich für ihre Interessen einsetzen. In dieser Ausgabe können Sie vier von ihnen näher kennenlernen.

Der internationale Austausch steckt nicht nur im Namen, sondern auch in der DNA von unserem Brückensteineprojekt Careleaver Weltweit. Welches Potential und Selbstbewusstsein in den Stipendiaten steckt, hat z.B. Karim unter Beweis gestellt, als er Bundesministerin Franziska Giffey Fragen zur Careleaver-Thematik gestellt hat. Mehr dazu unter "Neues von den Brückensteinen".
 
Wir haben noch weitere tolle Neuigkeiten: Brückensteine Careleaver wächst! Unser Pilotprojekt Careleaver* Kollektiv Leipzig wurde verlängert und ist für 5 weitere Jahre dabei und auf Initiativenebene starten zwei neue Projekte: die Entwicklung einer Toolbox Leaving Care und der Aufbau eines Fellowships

Viel Spaß beim Lesen!
Ihr Brückensteine-Team

Interview mit "The Fed"

Lea:  Can you tell us what the Fed does and why you do it?

Stephanie: We are youth driven, provincial, non-profit and our mission is to improve the lives of young people in and from government care in British Columbia. We work with youth between the ages of 14 and 24 and provide bursaries for educational skills development, host youth retreats and support youth with opportunities, resources and information.  In response to Covid we have created a program called Fed Connects, which is a place for them to come together a virtual way.




Photo: Stephanie Thompson, Program & Communications Coordinator at the Fed
Lea: You take the “strength-based approach” very seriously. Was that like in the beginning? Was that an established approach in 1993 when you were founded?

Stephanie: I think we’ve been strength-based the entire time because it’s been young people driving this initiative. It’s been their strength and their vision. They got together and created the Fed to try and address some of the unique barriers young people from care experience. And we were one of the first NGOs that existed specifically to support young people in and from care.

Photo:  Lea Buck, Program Manager at
Brückensteine Careleaver
Lea: Is it difficult for youth in care in Canada to get this further support after turning 19?

Stephanie: It all comes down to the advocacy work by young people and their allies in the care community. The government has created programs like the “Agreements with Young Adults” (AYA) program that provides financial supports to youth up to the age of 27, who are either going through secondary education or maybe accessing a life skills program or they might be in treatment for something. But the eligibility is not universal and that’s something our youth advocacy groups are pushing for right now.

Lea: Is there one key take-away from your work?

Stephanie: Two things! First of all, what the youth have told us, that makes their experience with the Fed special, is that it feels like a family. They told us that they need to feel genuine connections and build relationships with their support people. And it’s just as important for youth to be able to connect with each other. The experience of being in care – as I think we're learning – is that it’s quite unique and kind of the same everywhere: there's a common understanding and shared experience of all young people in care. Second and most importantly: the young people themselves! We were created by youth, we’re currently driven by them. Any changes and improvements, both within the Fed and in BC, have started with young people advocating for themselves and for those who'd come after them. I get emotional when I talk about it. They’re such an incredible group of young people!
Hier geht's zum ganzen Interview und unserem Podcast

Inspiration aus anderen Ländern

Wer?
Udayan Care ist eine Organisation in Indien, die sich in 23 Städten in 14 indischen Bundesstaaten dafür einsetzt, gefährdete Kinder, Frauen und Jugendliche zu unterstützen. Das Sanskrit-Wort Udayan bedeutet "Ewiger Sonnenaufgang".
Udayan Care wurde 1994 als Public Charitable Trust gegründet.






Webseite
www.udayancare.org
Was?
Beginnend im Jahr 1996 mit der Einrichtung eines kleinen Familienhauses (Ghar) für verwaiste und verlassene Kinder in Sant Nagar, Delhi, hat die Organisation Udayan Care ihre Arbeit  in den letzten 25 Jahren ausgeweitet. Sie errichtet zum Beispiel Mehrfamilienhäuser, unterstützt Mädchen bei der Bildung oder bietet  Berufsausbildungen an. Bis heute hat Udayan Care über 25.000 junge Menschen gefördert. Durch Forschung, Fortbildungen, Konferenzen und Interessenvertretung beeinflusst sie die Politik und Praxis in ihrer Region.

Auch befindet Udayan Care sich bereits im internationalen Austausch.
Mit der Unterstützung von Brückensteine konnte der Careleaver Weltweit Stipendiat Karim die Organisation besuchen und sich mit ihnen austauschen.
 

2019 fand in Neu-Delhi eine Begegnung zwischen Udayan Care, der Careleaver-Organisationen CLAN, Mitgliedern und Fachkräften der Universität Hildesheim und dem Careleaver e.V. statt. Dort wurden Ideen für eine längerfristige Kooperation entwickelt.

Die 1. Internationale Care Leaver Convention, die 2020 in Neu-Delhi stattfinden sollte, musste aufgrund von Corona in den digitalen Raum verlegt werden. Sie findet am
23. bis 26. November statt und ist offen für Careleaver weltweit. Durch die Zusammenarbeit von Udayan Care, SOS Children’s Villages, der Uni Hildesheim und Kinder Perspectief in den Niederlanden wurde eine internationale Erklärung zu den Bedürfnissen junger Menschen in Einrichtungen und Pflegefamilien während der Corona-Zeit veröffentlicht.
Wer?
Home Stretch ist eine australische Kampagne, hinter der eine große Gruppe von Organisationen und Einzelpersonen steht, die sich dafür einsetzen, dass es für Jugendliche im "Out-of-Home Care system" eine Option gibt, bis zum Alter von 21 Jahren in der Jugendhilfe zu bleiben und Unterstützung zu erhalten.


Webseite
www.thehomestretch.org.au
Was?
Auch in Australien enden die staatlichen Hilfen bisher mit dem 18. Geburtstag. Bei "Home Stretch (into adulthood)" liegt dementsprechend ein Fokus auf dem Übergang ins eigenständige Erwachsenenleben.
Die Ergebnisse einer Careleaver-Umfrage in Australien 2009 zeigen:
 
  • 35% waren im ersten Jahr nach dem Austreten aus dem Pflegesystem obdachlos
  • 46% der Jungen sind mit dem Justizsystem in Berührung gekommen
  • 29% waren arbeitslos
Darüber hinaus berichtete eine Studie des Care Leavers Australia Network (2008), dass...
  • 41% während ihrer Jugend schwanger geworden sind und
  • 43% - 65% der Careleaver einen schlechten psychischen Gesundheitszustand aufweisen.
Diese Zahlen waren für die Initiator*innen von Home Stretch der Anlass zu handeln.
Die Home Stretch Kampagne fordert gemeinsam mit zahlreichen Unterstützer*innen die australische Regierung zu einer Verlängerung der Hilfen bis zu 21 Jahren für diejenigen, die dies wünschen, auf.
Kampagnen-Video von Home Stretch
Wer?
Die Wataneya Society for the Development of Orphanages ist eine ägyptische Nichtregierungsorganisation, die sich der Verbesserung der Situation von Kindern und Jugendlichen außerhalb elterlicher Fürsorge widmet.
Wataneya hilft Wohnheimen, ihr Unterstützungsniveau zu verbessern. Dabei wird eine Reihe von Qualitätsstandards für alternative Kinderbetreuung umgesetzt, die 2014 von der Regierung verabschiedet wurden und als Maßstab in diesem Bereich dienen sollen.

Webseite
https://wataneya.org/en/


Was?
Als führender lokaler Partner wird Wataneya seit 2018 von der DROSOS STIFTUNG gefördert. Ihr Programm beinhaltet neben der individuellen Unterstützung von Careleavern in allen Lebensbereichen auch Fortbildungen für Caregivers und Fachkräfte, Programme für Pflegefamilien, Awareness-Kampagnen für die Zivilgesellschaft, Jugendangebote wie Workshops und Freiwilligenprogramme und vieles mehr.

Wataneya ist außerdem Gründer des Sanad Forums und organisierte im Jahr 2019 die Sanad Conference – eine Konferenz, die sich hauptsächlich den Bedürfnissen und Herausforderungen von Careleavern und dem Thema "After Care" in arabischen Ländern widmete. Die Brückensteine nahmen zusammen mit drei Careleavern als Experts of Experience an der Konferenz in Kairo teil.

Für ihre Arbeit wurde die Wataneya Society bereits mit einer Reihe von nationalen und internationalen humanitären Auszeichnungen geehrt.

Neues von den Brückensteinprojekten

Ein Grund zu Feiern: Unser Brückensteinprojekt Careleaver*Kollektiv Leipzig wird für weitere fünf Jahre durch die DROSOS STIFTUNG gefördert. Wir freuen uns sehr!

Brückensteine Careleaver setzt außerdem zwei neue Projekte auf: Eine Toolbox Leaving Care, um pilothaft Instrumente zur Unterstützung der vielfältigen Themen zur Austrittsvorbereitung von jungen Menschen und deren Betreuer*innen in der Jugendhilfe zu entwickeln. Außerdem bauen wir ein Fellowship auf, über das eine ausgewählte Gruppe talentierter und engagierter junger Careleaver gezielt unterstützt wird, ihre Potenziale zu entfalten und aktiv als Botschafter*innen in eigener Sache aufzutreten.
 

Hier geht's zu den Stellenausschreibungen
Der Careleaver Weltweit-Stipendiat Karim hat bei uns für Luftsprünge gesorgt! Gemeinsam mit weiteren engagierten Careleavern hat er vor kurzem an der virtuellen Bundesjugendkonferenz 2020 teilgenommen und dabei Bundesministerin Franziska Giffey (BMFSFJ) superwichtige Fragen zur Careleaver-Thematik gestellt. Als Experte durch Erfahrung hat er damit die Thematik in der Konferenz, die ein Kernelement im Rahmen der Jugendstrategie der Bundesregierung ist, platziert.

Wir danken Frau Giffey für Ihre informierten Antworten und den tollen Austausch.
Die ganze Geschichte gibt's hier nachzulesen!

Veranstaltungen & Tipps

Mittlerweile finden neben digitalen Angeboten auch wieder Präsenz-Veranstaltungen statt. Es ist viel los!
Hier finden Sie unseren Veranstaltungskalender
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Die Initiative Brückensteine Careleaver wird von Social Impact gGmbH koordiniert.

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14467 Potsdam
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Brückensteine Careleaver · Bundesallee 24 · Berlin 10717 · Germany

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